Der Darm – Dein Freund und Helfer

Der Darm – Dein Freund und Helfer

Wie sehr der Darm mit Wohlfühlen und Gesundheit verbacken ist, merkt man erst, wenn es mit der Verdauung nicht mehr so recht klappt. Man wird zunehmend empfindlicher, verträgt dies und jenes nicht mehr. Immer öfter reagiert der Bauch mit Grummeln, Gurgeln und Blähungen und die Toilettengänge häufen sich. Das kann nicht nur nervig werden, sondern auch sehr belastend und schmerzhaft sein. Wenn das zum Dauerzustand wird, solltest Du Deinen Darm auf Vordermann bringen, ihm wieder Gutes angedeihen lassen. Denn Deine Gesundheit ist nicht nur von nährstoffreichen Lebensmitteln, sondern auch von den Mitbewohnern im Darm abhängig. Die brauchen Nahrung und eine angenehme Umgebung (Milieu) im Darm, damit sie sich wohlfühlen und vermehren können. Ganz einfach ausgedrückt: Deine Darmbakterien mögen Grünzeug, kein Industriefutter. Lieben fermentiertes Allerlei, Gemüse und Obst. Und brauchen Ballaststoffe!

Ballaststoffe

Das klingt nach nutzlos oder entbehrlich. Doch der Mensch braucht sie zum Überleben. Lösliche Ballaststoffe dienen guten Darmbakterien als Nahrung. Aus dem „Ballast“ bilden sie kurzkettige Fettsäuren. Diese Fettsäuren schützen vor Krebs und Gallensteinen, regulieren den Blutzucker und senken das schlechte LDL-Cholesterin, sie schützen vor Herzinfarkt und Bluthochdruck und auch vor Diabetes. Der Schlüssel für eine gute Gesundheit scheint die Fähigkeit der kurzkettigen Fettsäuren zu sein, die Darmflora gezielt positiv zu verändern und eine ungünstige Zusammensetzung der Darmbakterien zu korrigieren.

Ballaststoffe können auf das bis zu 100-fache ihres eigenen Gewichtes aufquellen, binden also Wasser an sich. Dadurch nimmt im Darm das Stuhlvolumen zu und die Darmperistaltik wird angeregt. Der Stuhl wird lockerer und früher ausgeschieden. Ballststoffe finden sich zu Hauf in Hülsenfrüchten, Gemüse und Obst. Jedoch liegen diese Lebensmittel nur vereinzelt auf deutschen Tellern. Wir kommen an die DGE-Empfehlung von „mindestens 30 g Ballaststoffe pro Tag“ nicht annähernd heran. Experten schätzen, dass die meisten von uns im Durchschnitt am Tag nur etwa 20 Gramm Ballaststoffe zu sich nehmen.

Hier können mittlerweile auch Ballaststoffpulver aus Inulin, Akazienfaser, Haferfaser, resistentem Dextrin und anderen Ballaststoffen Abhilfe schaffen. Morgens und abends aufgelöst in Wasser eingenommen sind sie eine gute Hilfe für Deinen Darm.

Darmbakterien

Immer mehr Forschungsergebnisse zeigen, wie wichtig die Zusammensetzung der Bakterien für die Gesundheit ist. Das Risiko für Allergien und Hauterkrankungen, Hormonstörungen, Autoimmunerkrankungen, Krebs, Depression und Körpergewicht steigt, wenn es an guten Mitbewohnern im Darm fehlt und die schlechten zu zahlreich sind.

Insgesamt leben im Darm etwa 1000 unterschiedliche Bakterienarten, wobei jede etwas anders zur Gesundheit beiträgt. Zwar ist die Bakterienbesiedelung bei jedem von uns individuell zusammengesetzt und doch gibt es einzelne Bakterienarten, die entscheidend für unser aller Wohlbefinden sind. Hierzu gehören die Bakterien der Gattungen Bifidobacterium und Lactobacillus. Sie bilden Antioxidantien und Vitamine. Sie produzieren Eiweißstoffe, die für die Bildung neuer Zellen gebraucht werden und kurzkettige Fettsäuren, die im Körper die Produktion von regulatorischen Immunzellen anregen, welche Entzündungen im Körper unterdrücken können.

Lactobacillus Arten sorgen für eine gesunde Mischung im Darm, da sie gegen feindliche Bakterien und Eindringlinge kämpfen und beim Aufbau einer robusten Darmschleimhaut helfen.

Doch z.B. das Lactobacillus Plantarum, das nur noch jeder Vierte von uns – hier in den westlichen Industrienationen - im Darm mit sich herumträgt, gehört in Afrika zu einer der am meisten verbreiteten Arten. Es schützt vor Zellschädigungen, wirkt antioxidativ und bekämpft Eindringlinge. Und es liebt vornehmlich Gemüse und Obst, welches es hoffentlich von Dir reichlich serviert bekommt. Täglich.

Der Lactobacillus Rhamnosus kann bei verschiedenen Durchfallerkrankungen hilfreich sein. Die von dem Bakterium produziert Milchsäure hemmt dabei das Wachstum anderer Mikroorganismen. Außerdem ist von L. rhamnosus bekannt, dass es unterschiedliche Bacteriocine (Bakterien abtötende Gifte) produziert, um Nahrungskonkurrenten auszuschalten. Auf diese Weise schützt es nicht nur sich, sondern auch Deinen Darm und Dich vor gefährlichen Krankheitserregern.

Bifidobacterium Arten bringen das Immunsystem auf Trab, indem sie unter anderem die kurzkettige Fettsäure Butyrat produzieren. Für die Darmzellen ist es die Hauptenergiequelle. Butyrat wirkt aber auch als Genschalter. Es aktiviert Gene, die für die Tüchtigkeit von Immunzellen verantwortlich sind. So sorgen Bifido Bakterien dafür, dass durch Butyrat schädliche Eindringlinge bekämpft und gleichzeitig körpereigene Strukturen nicht angegriffen werden. Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen mangelt es häufig an Butyrat-herstellenden Bakterien.

Bifidobakterien senken (genau wie Lactobacillus Arten) den pH-Wert im Dickdarm, indem sie Glucose zu Milchsäure fermentieren. Unerwünschte Darmbakterien und Krankheitserreger wie Salmonellen, Fäulnisbakterien oder Kolibakterien mögen ein solch saures Milieu im Dickdarm nicht und können sich daher kaum ansiedeln oder übermäßig vermehren.

Willst Du Deinen Darm zusätzlich unterstützen, kannst Du dies mit lebenden, gefriergetrockneten Bakterien tun. Morgens oder abends nüchtern eingenommen können sich Bakterien im Verdauungstrakt neu ansiedeln und für Ihre Gesundheit arbeiten.