Ein Tropfen Blut für die Gesundheit

Ein Tropfen Blut für die Gesundheit

Beim Arzt wird für die Untersuchung der Nährstoffe Venenblut entnommen und zwar viel. Das Blut wird anschließend in einem Labor mit unterschiedlichen Verfahren auf die Inhaltsstoffe analysiert. Das ist heute nicht mehr nötig, denn die Analyseverfahren haben sich in den letzten zehn Jahren rasant weiterentwickelt.

Seit 2007 gibt es ein Verfahren, bei dem ein Tropfen Blut aus dem Finger ausreicht, es heißt Microsampling. Zwar unterscheidet sich Venenblut in seiner Zusammensetzung leicht von dem Blutstropfen aus der Fingerspitze, das aus einem winzigen Blutgefäß stammt und daher Kapillarblut heißt. Doch für die Analyse von Nährstoffen, Hormonen, einiger Stoffwechselprodukte und Schwermetallen ist dieser Unterschied nicht relevant.1

Exakte Probenentnahme

for You eHealth verwendet für die Probennahme Teststäbchen neuster Technologie. An der Spitze des Stäbchens befindet sich eine Substanz mit winzigen Poren, die eine bestimmte Menge Blut aufsaugt. Das ist wichtig, da nur so die untersuchten Stoffe ins Verhältnis zum Blutprobenvolumen und zu den Normalwerten gesetzt werden können. Um eine eindeutige Aussage über das quantitative Auftreten von Nährstoffen, Hormonen oder Schwermetallen machen zu können, muss immer die gleiche Menge Blut analysiert werden. Die Poren der Teststäbchen für die Analyse der Mineralstoffe und Schwermetalle geben Raum für 20 µl Blut, beim Aminogramm und dem Fitness-Test wird mit Teststäbchen gearbeitet, die 10 µl aufnehmen. Diese speziellen Teststäbchen heißen VAMS, der Name stammt von Volumetric Absorptive Microsampling, was so viel bedeutet wie eine kleinste Probenentnahme eines bestimmten Volumens. In einer wissenschaftlichen Arbeit wurde untersucht, wie sehr die mit den Teststäbchen genommenen Probenmengen variieren und ob die Stäbchen einige Stoffe eher aus dem Blut aufnehmen als andere. Die Wissenschaftler stellten eine Abweichung des Probevolumens von weniger als 5 Prozent fest und sie fanden keine Anzeichen für eine selektive Aufnahme.2

Trockenblut-Analyse

Das Blut trocknet in den Poren der Teststäbchen und wird als Trockenblut im Labor untersucht. Den Mineralstoffen, Aminosäuren, Hormonen und Vitaminen macht der Wasserverlust nichts aus, sie liegen unverändert in dem getrockneten Blut. Im Labor wird das getrocknete Blut auf seine Bestandteile hin untersucht. Da das Blut jedoch kein Wasser mehr enthält, werden die Testergebnisse ohne die gewohnten Maßeinheiten wie Milligramm pro Liter (mg/l), Millimol pro Liter (mmol/l) oder Mikrogramm pro Deciliter (µg/dl) angegeben. Denn die Liter-Angaben beziehen sich auf das Volumen des Blutes, das zu 90 Prozent aus Wasser besteht. Bei der Analyse mit Trockenblut wird ohne Maßeinheiten gearbeitet, man nennt es dimensionslos. Stattdessen wird eine Skala mit Werten von 1 bis 100 verwendet. Da die im Selbsttest abgenommene Blutmenge immer gleich ist, kann im Labor das anteilige Auftreten der untersuchten Substanz problemlos ermittelt werden. Ob ein Wert, wie beispielsweise für Magnesium, in 1,0 mmol/l, in 24,3 mg/l oder als 75 angegeben wird, ist nicht wichtig. Wichtig ist, wie sich der Wert zum Normalwert bzw. Referenzwert verhält.

Bewährtes Verfahren

Das Trockenblut wird mit gängigen Labormethoden (Flüssigchromatographie und Massenspektrometrie) analysiert. Diese Verfahren sind in der Labortechnik seit Jahrzehnten etabliert. Mit ihnen werden nicht nur Blutproben aller Art, sondern auch andere Substanzen auf ihre Zusammensetzungen hin untersucht.

Gleiche Referenzwerte

Jedes akkreditierte Labor in Deutschland ermittelt seine eigenen Referenz- bzw. Normalwerte, das ist so Vorschrift. Hierzu wird das Blut von gesunden Menschen untersuchen. Als normal gelten die Blutwerte, die bei 95 Prozent der Untersuchten gefunden werden. Das heißt, wenn beispielsweise der Magnesiumspiegel von 400 Personen untersucht wird, werden die zehn höchsten Werte und die zehn niedrigsten aussortiert. Die Werte der verbleibenden 380 Personen werden als Referenz- bzw. Normalwerte festgelegt. In der Medizin wird mit Referenzbereichen gearbeitet, nicht mit einem Wert für alle. Denn selbst jeder gesunde Körper ist etwas anders, etwas größer oder kleiner, oder er hat etwas mehr Muskelmasse oder weniger. Genauso wie Menschen mit unterschiedlichen Schuhgrößen gleich gut Marathon laufen können, können sie mit leicht unterschiedlichen Blutwerten gleich gesund sein. Nur mit krankhaft zu kleinen oder krankhaft zu großen Füßen wird es schwierig mit dem Marathon. Das Gleiche gilt für Blutwerte, die zu stark von den mittleren Werten abweichen.

Jedes Labor muss seine eigenen Normalwerte festlegen, da die Messergebnisse stark von den Analyse- und Messmethoden abhängen und sich diese zwischen den Laboren unterscheiden. So kann es sein, dass in einem Labor ein Magnesiumspiegel von 0,9 – 1,1 mmol/l als normal bewertet wird, in einem anderen jedoch von 1,0 – 1,2 mmol/l. Würde jemand sein Blut direkt hintereinander in beiden Laboren analysieren lassen würde er in dem einen das Ergebnis 1,05 mmol/l und in dem nächsten 1,1 mmol/l bekommen. Entscheidend ist, dass sein Wert beide Male in der Mitte des Referenzbereichs liegt.

Labore, die mit Trockenblut arbeiten, analysieren, wie alle anderen Labore, ihre Referenzwerte selbst. For You eHealth arbeitet mit zertifizierten Laboren zusammen, die ihre Referenzwerte für Trockenblut den Vorschriften entsprechend ermittelt haben.

Ergebnisse schnell verstehen

Die Ergebnisse der Blutanalyse werden unter einem persönlichen Login online anschaulich dargestellt. Nur der Benutzer hat Zugriff auf die Daten. Die Labore speichern zwar die Daten, sie verfügen jedoch bloß über einen Code und können den Blutproben keinem Namen zuordnen. Jeder getestete Stoff wird in Form eines Tachos angezeigt. Der Pfeil weist entweder in einen grünen, einen orangen oder einen roten Bereich. Grün bedeutet „alles okay“, rot heißt „Mangel“ oder „Überschuss“.

Neben den optisch einfach zu erfassenden Messergebnissen liefert for you eHealth zu jedem getesteten Stoff Erklärungen: Wie es zu einem Mangel oder einem Überschuss kommt, wie sich ein Mangel oder Überschuss auf die Gesundheit auswirkt und wie man das aus der Balance geratene System wieder in sein natürliches Gleichgewicht bringen kann.

Regelmäßige Bluttests für Gesundheit und Leistungsfähigkeit

Anhand der Ergebnisse der Bluttests können Nährstofflücken gefüllt werden. Wenn zusätzlich der Lebensstil geändert wird, wenn Sport und Schlaf täglich eine hohe Priorität bekommen, findet der Körper zurück in sein natürliches Gleichgewicht. Das zeigt sich in Form eines starken Immunsystems, allgemeiner Leistungsfähigkeit, glänzender Fingernägel und Haare, Allergien können verschwinden, aber auch chronische Erkrankungen wie Rheuma, Diabetes, Alzheimer oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen können heilen.

Regelmäßige Testwiederholungen sind ein perfektes Feintuning, denn auch ein ZUVIEL, beispielsweise an fettlöslichen Vitaminen wie Vitamin E, ist nicht gesund. Durch halb- oder jährliche Wiederholungen ist es möglich, Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel genau auf die individuellen Bedürfnisse abzustimmen.

Quellen & zum Weiterlesen

1 Keevil BG, Fildes J, Baynes A, Yonan N. Liquid chromatography-mass spectrometry measurement of tacrolimus in finger-prick samples compared with venous whole blood samples. Annals of Clinical Biochemistry. 2009;46(2):144-5.

2Denniff P, Spooner N. Volumetric Absorptive Micro Sampling (VAMS): A Novel Dried Sample Collection Technique for Quantitative Bioanalysis. Analytical Chemistry. 2014;86(16):8489-95.