Magnesium fehlt fast jedem

Magnesiummangel ist weit verbreitet - fülle jetzt Deine Speicher auf!

Magnesium ist einer der wichtigsten Mineralstoffe für ein gesundes Leben. Der essenzielle Nährstoff beeinflusst die Psyche, das Immunsystem, den Schlaf, den Energiestoffwechsel und vieles mehr. Umso tragischer, dass Magnesiummangel sehr weit verbreitet ist. Der Mangel entsteht, da einerseits unsere Lebensmittel heute weniger Magnesium enthalten als früher und andererseits der Magnesiumbedarf höher liegt. Denn durch Stress wird besonders viel Magnesium verbraucht. Zudem ist der Mineralstoff an der körpereigenen Entgiftung beteiligt und wir sind heute mehr schädlichen Stoffen ausgesetzt als früher. Zusätzlich greifen Medikamente in den Magnesiumhaushalt ein. So steigt der Bedarf bei Einnahme der Pille, Magensäureblockern oder anderen Medikamenten. Dass wir alle wichtigen Nährstoffe, wie Magnesium, über eine ausgewogene Ernährung aufnehmen, ist ein Mythos. Oft sind für eine ausreichende Versorgung Nahrungsergänzungsmittel notwendig.

Jede Zelle braucht Magnesium

Magnesium ist an über 300 Stoffwechselabläufen im Körper beteiligt. Es ist einer der wichtigsten Stoffe für ein gesundes Leben. Fehlt er, geraten Abläufe aus ihrem Gleichgewicht. Magnesiummangel führt zu den verschiedensten Symptomen von Schlafproblemen über Müdigkeit bis zu Verstopfung und Musekelkrämpfen.

Die Herstellung von Energiemolekülen ist auf Magnesium angewiesen. Dies ist einer der zentralen Vorgänge im Körper. Mangelt es an Energiemolekülen verschlechtern sich alle Abläufe. Energiemoleküle werden in Mitochondrien hergestellt. Man nennt die Mitochondrien auch die Kraftwerke der Zellen. Jede Zelle hat zigtausende davon. In ihnen entsteht Energie in Form von ATP, so heißen die Energiemoleküle.1 ATP wird wiederum für alle Stoffwechselabläufe benötigt. Fehlt Magnesium fehlen Energiemoleküle. Dann schwächelt das Immunsystem, der Hormonhaushalt kann aus dem Gleichgewicht geraten, selbst psychische Probleme können entstehen. Da während des Sports der Energiebedarf steigt, steigt auch der Magnesiumbedarf, und zwar um 10 – 20 Prozent. Daher sind Sportler auf Dauer nur gesund und leistungsfähig, wenn sie sich mit ausreichend Magnesium versorgen.

Magnesium räumt auf: Wenn der Blutzucker ansteigt sorgt Magnesium mit dafür, dass der Zucker schnell aus dem Blut verschwindet und in die Zellen transportiert wird. Denn Zucker im Blut ist gefährlich, er schadet den Blutgefäßen. Magnesium hilft somit Diabetikern bei der Stabilisierung ihres Blutzuckerspiegels. Magnesium allein wirkt natürlich keine Wunder, Low Carb, Sport und alle essenziellen Nährstoffe heilen Diabetes Typ 2. Aber Magnesium übernimmt dabei eine besonders wichtige Rolle. Der Mineralstoff ist auch an der Entgiftung beteiligt. Er sorgt dafür, dass entsprechende Enzyme, die Giftstoffe abbauen, gebildet und aktiviert werden. Heute sind wir alle viel mehr Giftstoffen ausgesetzt als noch in den 1950er Jahren. Giftstoffe, die durch den Straßenverkehr entstehen, Rückstände von Pestiziden auf Gemüse und auch heutige Reinigungsmittel enthalten viele gesundheitsschädliche Stoffe. Alkohol ist ebenfalls ein Giftstoff für dessen Abbau Magnesium benötigt wird.

Proteine können ebenfalls nur gebildet werden, wenn ausreichend Magnesium vorhanden ist. Die Muskulatur besteht zum Großteil aus Proteinen. Proteine werden aber auch für viele andere Strukturen und Abläufe im Körper benötigt. Beispielsweise sind Rezeptoren aus Proteinen aufgebaut. Rezeptoren befinden sich in den Zellmembranen und werden für die Kommunikation der Zellen untereinander gebraucht. Wenn Hormone oder andere Botenstoffe an Rezeptoren andocken verändern sich daraufhin bestimmte Abläufe in den Zellen. Nur wenn diese Kommunikation funktioniert, bleiben wir gesund oder werden es wieder. Proteine werden aber auch benötigt, um Stoffe zu transportieren, beispielsweise, um Sauerstoff von der Lunge zu den Zellen zu befördern. Auch die Botenstoffe des Immunsystems bestehen zum Großteil aus Proteinen.

Magnesium schützt zudem Gene und Zellen. Die Gene befinden sich auf der DNA. Damit wir gesund bleiben werden ständig neue Zellen hergestellt. Dazu wird zunächst eine Kopie der DNA angefertigt. Bei der Herstellung der Kopie können jedoch Fehler auftreten, so genannte schädliche Mutationen. Daher gibt es spezielle Systeme, die die DNA-Kopien kontrollieren. Magnesium ist sowohl an der Herstellung der neuen DNA wie auch an der Kontrolle der Gene beteiligt. Vermehrte Fehler bei der Synthese neuer DNA kann mit zur Entstehung von Krebs beitragen.

Eine gute Versorgung mit Magnesium reduziert das Krebsrisiko. Immer wieder werden Zellen auch stark beschädigt. Damit sie nicht entarten, müssen sie sterben. Spezielle Immunzellen sorgen dann für die Entsorgung der toten Zellen. Dieser Vorgang ist ganz normal und passiert ständig. Er heißt programmierter Zelltod oder Apoptose. Magnesium ist auch an der Steuerung der Apoptose beteiligt. Das Krebsrisiko steigt, wenn die Apoptose nicht mehr reibungslos funktioniert. Magnesium reduziert somit auf zwei Wegen das Krebsrisiko: Es vermindert schädliche Mutationen und hilft dabei, dass entartete Zellen absterben.2

Der Mineralstoff wird auch für die Bewegung der Muskeln benötigt. Damit wir gehen und laufen können, damit wir unsere Arme, Hände und Finger zum Handwerken, Kochen, Gärtnern oder für die Arbeit am Computer benutzen können ziehen sich Muskelzellen zusammen und entspannen sich wieder. Dies funktioniert indem sich eine bestimme Proteinstruktur in eine andere verhakt und dann in sich abknickt. Damit sich die Haken wieder lösen können muss Magnesium an die Haken binden. Daher entspannt Magnesium die Muskulatur, es löst die Verhakungen. Magnesiummangel hingegen führt zu Muskelkrämpfen. Die Haken bleiben fest an der Proteinstruktur kleben, weil ihnen Magnesium zum Lösen der Verhakung fehlt.

Der Alleskönner-Mineralstoff wirkt auch auf die Psyche. Einerseits wird Magnesium für die Herstellung von Neurotransmittern benötigt. Es ist an der Synthese von Serotonin beteiligt. Serotonin wird häufig auch Glückshormon genannt. Der Mineralstoff ist zudem essenziell für die Herstellung von Dopamin, dieser Neurotransmitter steigert die Motivation. Fehlt Magnesium nehmen Stimmungsschwankungen und Depressionen zu. Es gibt Wissenschaftler, die den weit verbreiteten Magnesiummangel mit für die Zunahme an Depressionserkrankungen verantwortlich machen. Doch Serotonin kann noch mehr als glücklich machen. Aus dem Glückshormon entsteht das Schlafhormon Melatonin. Wenn aufgrund von Magnesiummangel zu wenig Serotonin vorhanden ist, mangelt es oft auch an Melatonin, dem Schlafhormon. Kein Wunder, dass Depressionen häufig zusammen mit Schlafproblemen auftreten. Weiterhin wirkt Magnesium auch direkt beruhigend, und zwar weil es an einen bestimmten Rezeptor an den Nervenzellen andockt. Die Zellen bekommen dadurch das Signal, dass sie ruhig und gelassen arbeiten können. Aufregung verschwindet.

Unter Stress steigt der Magnesiumbedarf. Denn während Stress werden viele Stoffwechselabläufe hochgefahren. Da Magnesium fast an jedem Ablauf beteiligt ist, wird mehr Magnesium gebraucht als bei emotionaler Ausgeglichenheit. Zudem wird unter Stress mehr Magnesium über den Urin ausgeschieden. Bei nur kurzer körperlicher oder psychischer Anspannung macht das nichts, darauf ist der Körper eingestellt. Doch Dauerstress führt zu Magnesium-Mangel.3

Magnesium ersetzt Medikamente

Natürlich wirkt Magnesium allein keine Wunder, aber zusammen mit einem gesunden Lebensstil mit Low Carb, einer Ernährung reich an Proteinen, Fettsäuren und anderen Mineralstoffen sowie Sport hat Magnesium folgende positive Wirkungen:

  • Bei Verstopfung wirkt Magnesium in hoher Dosis abführend.
  • Es senkt den Blutdruck.
  • Magnesium reduziert chronische Entzündungsreaktionen. Im Blutbild ist dies durch die Abnahme des CRP Wertes (C-reaktives Protein) erkennbar.
  • Es wirkt gegen das Prämenstruale Syndrom.
  • Magnesium hilft bei Stimmungsschwankungen.
  • Müdigkeit nimmt durch Magnesium ab.
  • Es wirkt gegen Migräne.
  • Magnesium reduziert Wassereinlagerungen.
  • Der Mineralstoff wirkt gegen Tinnitus.
  • Spezielle Herzrhythmusstörungen können mit Magnesium geheilt werden.

 

Lässt Du Deinen Magnesiumwert untersuchen

Aufgrund eines natürlichen Mechanismus wird die Magnesiumkonzentration im Blut möglichst konstant gehalten, sie schwankt nur geringfügig. Selbst wenn alle Zellen bereits unter erheblichem Mangel leiden, befindet sich immer noch relativ viel Magnesium im Blut. Daher sollte der Magnesiumwert im oberen Normbereich liegen. Wenn er im unteren Bereich liegt, können die Zellen bereits unter Magnesiummangel leiden. Somit ist auch das Phänomen zu erklären, dass bei einigen Menschen der Magnesiumspiegel im Blut nicht ansteigt, obwohl sie erhebliche Mengen Magnesium einnehmen. Den Zellen fehlt zu viel, sie nehmen alles auf was sie bekommen können. Erst wenn alle Zellen ausreichend mit Magnesium versorgt sind kann auch der Blutspiegel steigen.

Ausreichend versorgt sind wir bei folgenden Blutwerten:

Gemessen im Blutserum: 0,7 bis 1,1 mmol/l das entspricht 1,7 bis 2,7 mg/dl
Gemessen im Vollblut: 1,3 bis 1,8 mmol/l das entspricht 3,2 bis 4,4 mg/dl

Symptome wie Tinnitus oder Migräne verschwinden meist erst bei einem Spiegel von 1 mmol/l bzw. 2,4 mg/dl.

Zuviel Magnesium kann jedoch auch die Abläufe im Körper durcheinanderbringen. Daher solltest Du Deinen Magnesiumspiegel ein bis zweimal jährlich testen lassen.

Warum Magnesiummangel so häufig ist

Das heutige Gemüse und Obst, Milchprodukte, Fleisch sowie Geflügel enthalten zwischen 20 und 80 Prozent weniger Magnesium als noch in den 1950er Jahren. Dies liegt vor allem an der „modernen“ Landwirtschaft. Dünger und Pestizide lassen Gemüse und Obst größer wachsen und besser aussehen. Aber die Menge an Nährstoffen nimmt nicht zu, auch nicht an Magnesium. Das größere Volumen entsteht vor allem durch die vermehrte Einlagerung von Kohlenhydraten und Wasser. Pestiziden töten zudem Bakterien im Boden. Diese Bodenbakterien sind jedoch für die Pflanzengesundheit so wichtig, wie die Bakterien im menschlichen Darm für unsere Gesundheit. Fehlen diese Bakterien im Boden können die Pflanzen viele Nährstoffe nicht mehr richtig aufnehmen. Unbehandeltes Gemüse ist daher nicht nur gesünder, weil es weniger mit Schadstoffen belastet ist, es ist auch reicher an Magnesium und anderen Mineralstoffen.4 Unbehandeltes Gemüse gibt es im eigenen Garten. Obst, Gemüse, Milchprodukte und Fleisch aus dem Bioladen oder vom Biobauern auf Wochenmärkten ist geringer belastet, da nur spezielle Mittel im Biolandbau erlaubt sind.

Neben der Abnahme an Magnesium in Nahrungsmitteln trägt auch eine veränderte Ernährungsgewohnheit zum Magnesiummangel in der Bevölkerung bei. Wurde 1950 in den meisten Haushalten noch täglich gekocht, so ernähren sich heute immer mehr Menschen von Fertigprodukten. Diese enthalten generell weniger Magnesium als frisch zubereitetes Essen.

Weißes Mehl, welches für die Herstellung von Pasta, Brot, Kuchen oder Pizzateig verwendet wird, enthält fast kein Magnesium. Bei der Verarbeitung vom Vollkornmehl zum Weißmehl gehen 80 bis 95 Prozent des Magnesiums verloren. Weißes Mehl besteht zum Großteil aus leeren Kohlenhydraten und hat somit in der Low-Carb Ernährung sowieso nichts verloren.

Wichtig zu wissen:

Heute nehmen Menschen weniger Magnesium auf als früher. Selbst diejenigen, die auf gesundes und ausgewogenes Essen achten, haben häufig Magnesiummangel. Über die Ernährung ist es fast unmöglich geworden, ausreichend Magnesium aufzunehmen, besonders weil viele Menschen heute auch mehr Magnesium brauchen als früher. Grund sind der Kontakt mit Giftstoffen, Alkoholkonsum und psychischer Stress.

Um langfristig gesund zu bleiben sollte ein jeder regelmäßig seinen Magnesiumspiegel kontrollieren lassen und Magnesium zusätzlich einnehmen. Der Körper nimmt am besten Magnesiumcitrat oder Magnesiummalat auf. Als tägliche Dosis sind ca. 400 mg empfehlenswert. Magnesium in Form von Magnesium Glycinat führt schneller zu Durchfall und kann somit besonders gut bei Verstopfung eingesetzt werden.

Quellen & zum Weiterlesen

1 Koyama T, Kobayashi K, Wakisaka N, Hirayama N, Konishi S, Hama T, Takeda K, Nakamizo Y, Kawakami M. Eleven pairs of Japanese male twins suggest the role of epigenetic differences in androgenetic alopecia. Eur J Dermatol. 2013;23(1):113-5.

2Hartwig A. Role of magnesium in genomic stability. Mutat Res. 2001;475(1-2):113-21.

3Cuciureanu MD, Vink R. Magnesium and stress in Vink R, Nechifor M Hrsg. Magnesium in the Central Nervous System [Internet]. Adelaide: University of Adelaide Press; 2011.

4Mayer A. Historical changes in the mineral content of fruits and vegetables. British Food Journal. 1997,99(6): 207-211.