Schwefel – alle brauchen ihn, fast keiner weiß es

MSM oder Methylsulfonylmethan ist eine der natürlichen Formen, in der Schwefel im mensch-lichen Körper vorkommt. Schwefel gehört zu den wichtigsten Mineralstoffen, nach Calcium und Phosphor ist er der dritthäufigste.

MSM oder Methylsulfonylmethan ist eine der natürlichen Formen, in der Schwefel im menschlichen Körper vorkommt. Schwefel gehört zu den wichtigsten Mineralstoffen, nach Calcium und Phosphor ist er der dritthäufigste. Doch fast keiner weiß das. Dabei braucht der Körper dringend Schwefel: für den Bau körpereigener Antioxidantien und somit zum Schutz vor chronischen Erkrankungen, für gesunde Gelenke und kräftige Muskulatur, für schöne Haut und Haare, für ein Leben ohne Allergien und für einen gesunden Darm. MSM unterstützt die Regeneration nach anstrengenden Trainingseinheiten und stärkt die Knochen.

Schwefel ist ein natürlicher Bestandteil vieler Lebensmittel. Besonders wichtig sind die schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin und Cystein, die vor allem in tierischen Nahrungsmitteln enthalten sind. Aber auch verschiedene Kohlarten, von Weißkohl über Chinakohl bis hin zu Brokkoli, sind reich an Schwefel. Außerdem steckt er in Knoblauch und Zwiebeln sowie Mandeln und Walnüssen.

Viele Menschen heute haben zu wenig Schwefel und leiden infolgedessen an Arthritis oder Arthrose. Selbst Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder degenerative Gehirnerkrankungen wie Demenz können durch Schwefelmangel mit hervorgerufen werden. Wer schlechte Haut und dünnes, brüchiges Haar hat, sollte einen Mangel an Schwefel in Erwägung ziehen. Selbst Hauterkrankungen wie Akne, Psoriasis, Rosacea oder Warzen entstehen häufiger, wenn Schwefel fehlt. Natürlich ist der Mangel an Schwefel oft nicht der alleinige Auslöser. Meist fehlen weitere Nährstoffe und der Körper kämpft gegen zu viele Kohlenhydrate, die in Süßem, Brot oder Pasta und Pizza stecken.

So kommt es zu einem Mangel an Schwefel:

Heute werden weniger schwefelhaltige Lebensmittel verzehrt als noch in den 1950er Jahren. Wer isst schon mehrmals wöchentlich Kohl, Fisch oder gesundes Biofleisch? Insbesondere in einer Zeit, in der es als erstrebenswert gilt, vegetarisch oder vegan zu leben. In Pizza, Nudelgerichten oder belegtem Baguette ist jedoch kaum Schwefel enthalten.

Das zweite Problem ist die moderne Landwirtschaft. Monokultur, schwere Traktoren, chemische Dünger und der Einsatz von Pestiziden setzen seit Jahrzehnten der Humusschicht zu. Sie wird immer dünner. Die Pflanzen sind jedoch auf diese besondere Bodenschicht angewiesen, denn sie enthält wichtige Nährstoffe wie Schwefel. Zwar versuchen Landwirte, den Mangel durch Schwefeldüngungen aufzufangen, doch dies gelingt nur in Maßen. Denn in sandigen Gegenden oder in Gebieten mit vielen Niederschlägen wird Schwefel schnell aus dem Boden gewaschen. Wenn Schwefel jedoch bereits im Boden fehlt, wird er auch im Gemüse, im Gras und im Heu fehlen, was wiederrum dazu führt, dass es den Weidetieren ebenfalls an Schwefel mangelt.

Das dritte Problem ist die Einnahme von Medikamenten. Schwefel wird für den Abbau der Wirkstoffe in der Leber gebraucht. Da viele Menschen heute regelmäßig Medikamente einnehmen, steigt ihr Bedarf an dem wichtigen Mineralstoff. Leider weisen Ärzte und Apotheker meist nicht darauf hin.

Um die Nährstofflücke zu schließen, empfiehlt sich die Einnahme von MSM. In dieser Form kommt Schwefel natürlicherweise in Pflanzen vor. Der menschliche Körper kann daher MSM besonders gut aufnehmen.

So fördert MSM die Gesundheit:

  • MSM verbessert die Wirkkraft der Antioxidantien. Diese Stoffe schützen vor freien Radikalen, die bei Stress, durch den Verzehr von Kohlenhydraten oder beim Kontakt mit Umweltgiften entstehen. Freie Radikale verstärken den Alterungsprozess und führen zu chronischen Erkrankungen, wie Krebs, Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Demenz. Schutz bieten der Verzicht auf Kohlenhydrate, Entspannung sowie möglichst viele Antioxidantien. Glutathion ist eines der wirkungsvollsten, der menschliche Körper stellt es selbst her. Der Stoff entsteht natürlicherweise aus den Aminosäuren Cystein, Glycin und Glutaminsäure und enthält Schwefel. Reagiert Glutathion mit freien Radikalen, oxidiert es und verändert seine Form. Daraufhin kann es keine weiteren freien Radikalen mehr entschärfen. MSM recycelt Glutathion. Dann überträgt das wirkungsvolle Antioxidans erneut Elektronen auf freie Radikale und macht sie somit unschädlich.1 Durch die Einnahme von MSM nimmt die Menge an einsatzbereitem Glutathion zu. Dies wirkt sich auf den gesamten Körper aus. Einerseits werden Zellen, Enzyme und andere Strukturen vor den Angriffen der freien Radikalen besser geschützt. Damit sinkt das Risiko chronischer Erkrankungen. Andererseits entlastet die gesteigerte Menge an Glutathion das Immunsystem. Dadurch kann es sich darauf konzentrieren, wozu es gemacht ist: Fremdstoffe wie Bakterien beseitigen, Viren in Schach halten sowie entartete Zellen frühzeitig erkennen und beseitigen. Somit sinkt das Krebsrisiko erheblich. Es reagiert dann auch nicht mehr auf Allergene.
  • MSM trägt zur Heilung von Arthritis und Gicht bei. Bei einigen Formen der chronischen Gelenkentzündungen finden sich Calciumablagerungen im Knorpel. Betroffene Gelenke sind dauerhaft entzündet und schmerzen.2 MSM löst die Calciumablagerungen auf, die Gelenke heilen.
  • MSM fördert insgesamt die Gesundheit der Gelenke. Gelenkknorpel bestehen zum Großteil aus dem Protein Kollagen. Spezielle Zellen im Knorpel bilden es. Dazu werden zunächst bestimmte Aminosäuren aneinandergereiht. In einem weiteren Schritt erhalten die Aminosäureketten eine festere Struktur. Hierzu gehen jeweils zwei Schwefelatome eine Bindung ein. In einer Studie untersuchen Wissenschaftler die heilende Wirkung von MSM auf Knieschmerzen durch Arthritis. 25 Versuchsteilnehmer erhielten zweimal pro Tag jeweils drei Gramm MSM, weitere 25 Probanden ein Placebo. Nach zwölf Wochen hatten sich die Schmerzen derjenigen, die MSM einnahmen, deutlich verringert und ihre Kniegelenke waren beweglicher. Der Gesundheitszustand der Teilnehmer der Placebo-Gruppe verbesserte sich hingegen nicht.3 MSM wirkt auch bei Arthrose heilend. Jedoch reicht MSM allein häufig nicht aus. Außerdem sind eine proteinreiche Ernährung, Vitamin C und Zink, der Verzicht auf Kohlenhydrate und Bewegung wichtig.
  • MSM steigert außerdem die sportliche Leistung. Einerseits profitieren Muskelzellen von dem Schwefel. Denn ihre Proteinstrukturen brauchen Schwefel für die Festigkeit. Andererseits lässt MSM Muskelkater schneller abklingen oder erst gar nicht entstehen. Bei hartem Training kommt es zu winzigen Rissen im Muskel. Daraufhin wird vermehrt Sulfat, welcher Schwefel enthält, über den Harn ausgeschieden. Entsteht dadurch ein Schwefelmangel in der Muskulatur, bilden sich Entzündungsreaktionen. Sie sind in Form der typischen Schmerzen des Muskelkaters spürbar. Schwefel macht gegen Muskelkater resistent. Entzündungsreaktionen entstehen erst nach viel intensiverem Training. Und selbst wenn Muskelkater auftritt, heilt er schneller wieder ab.4
  • MSM macht schön! Haut, Haare und Fingernägel bestehen zum Großteil aus den Strukturproteinen Kollagen und Keratin. So genannte Disulfidbrücken sorgen für ihre Festigkeit. Zur Bildung dieser Brücken gehen jeweils zwei Schwefelatome eine Bindung ein. Da MSM die Versorgung mit Schwefel verbessert, sorgt es für dickes Haar, strafft die Haut und kräftigt die Fingernägel.
  • MSM wirkt auch beim Leaky-Gut-Syndrom, dem löchrigen Darm. Wobei die Löcher mikroskopisch klein sind. Sie entstehen meist durch den Verzehr von Zucker, Gluten oder künstlichen Zusatzstoffen. Auch psychischer Stress kann zu einem Leaky-Gut-Syndrom führen. Ebenso rufen bestimmte Infektionen oder die Einnahme von Antibiotika die winzigen Löcher hervor. Die Einnahme von MSM verbessert die Schleimhaut im Darm. Das ist essenziell für die Darmgesundheit, da der Schleim die empfindlichen Darmzellen schützt. Jedoch sollte auch auf Zucker und Gluten verzichtet werden und, wenn möglich, auf die Einnahme von Antibiotika, um den Darm vor möglichst vielen Störfaktoren zu schützen.
  • MSM unterstützt die körpereigene Entgiftung. Sie ist notwendig, um Alkohol oder pharmakologische Wirkstoffe abzubauen. Sie wird aber auch für die Entsorgung normaler Abbauprodukte des Körpers benötigt. MSM fördert die Entgiftung auf zwei Wegen. Es erhöht die Durchlässigkeit der Zellmembranen. Dadurch werden Gift- und Abbaustoffe leichter aus den Zellen in den Blutkreislauf oder das Lymphsystem gespült. Die Entsorgung findet dann in den Lymphknoten oder in der Leber statt. In der Leber ist ein Enzym besonders am Abbau der Giftstoffe beteiligt. Dieses Enzym funktioniert jedoch nur, wenn ausreichend Schwefel vorhanden ist.

Empfehlungen zur Einnahme von MSM:

Zur Steigerung der sportlichen Leistungsfähigkeit oder Verbesserung von Haut, Haaren und Fingernägeln: 2g pro Tag.

Bei Arthritis oder anderen chronischen Erkrankungen: 4 bis 6g pro Tag, aufgeteilt auf zwei bis drei Portionen.

Bei Molybdän-Mangel sollte auf die Einnahme von MSM in hoher Dosis verzichtet werden, da Molybdän für den Schwefelstoffwechsel benötigt wird. Wenn Du Bedenken hast, solltest Du daher Deinen Molybdän-Wert untersuchen lassen. Ebenso müssen Personen mit angeborenem Enzymdefekt, der die Sulfit-Oxydase betrifft, aufpassen. Dies ist erkennbar an einem hohen Sulfit/Sulfat-Verhältnis im Harn. Zu viel Sulfit wirkt toxisch auf das Nervensystem, weshalb der Sulfit-Abbau durch eine normale Enzymfunktion gewährleistet sein muss.4

Quellen & zum Weiterlesen

[1] Kalinina EV, Chernov NN, Novichkova MD. Role of glutathione, glutathione transferase, and glutaredoxin in regulation of redox-dependent processes. Biochemistry (Mosc). 2014;79(13):1562-83.

[2] McCarty DJ, Kohn NN, Faires JS. The Significance of Calcium Phosphate Crystals in the Synovial Fluid of Arthritic Patients: The „Pseudogout Syndrome“: I. Clinical Aspects Ann Intern Med. 1962;56(5):711-737.

[3] Kim LS, Axelrod LJ, Howard P, Buratovich N, Waters RF. Efficacy of methylsulfonylmethane (MSM) in osteoarthritis pain of the knee: a pilot clinical trial. Osteoarthritis Cartilage. 2006;14(3):286-94.

[4] Chrubasik-Hausmann S. MSM (Methylsulfonylmethan) unter  https://www.uniklinik-freiburg.de/fileadmin/mediapool/08_institute/rechtsmedizin/pdf/Addenda/Methylsulfonylmethan.pdf. Letzter Zugriff am 15.01.2020