Die richtige Haarpflege für gesunde Haare

Die richtige Haarpflege lässt Deine Haare gesünder aussehen – das wirkt sich positiv auf Dein Erscheinungsbild aus. „Richtig“ heißt in diesem Fall, dass Du Deine Haarpflege auf Deine Haare abstimmst.

Haarpflege im Überblick

Individuelle Haarpflege für individuelle Haare

  • a) Haarschichten & Haarfarbe
  • b) Haaraufbau
  • c) Haarwachstum

Die richtige Haarpflege in fünf Schritten

  • 1. Haare waschen
  • 2. Haarkur
  • 3. Haare kämmen & bürsten
  • 4. Haaröl
  • 5. Ernährung

Das kleine Einmaleins der Haarpflege

Quellen

Individuelle Haarpflege für individuelle Haare

Ein Haar kannst Du Dir wie einen langen Faden aus Horn vorstellen, der auf Deiner Haut wächst. Bis auf ein paar Ausnahmen wie Handflächen, Fußsohlen, Brustwarzen und Lippen ist Deine gesamte äußere Haut behaart. Allerdings hat Dein Kopfhaar andere Eigenschaften als die restlichen Haare auf deinem Körper und braucht deshalb auch spezielle Haarpflege. Deine Haare wachsen etwa 0,3 Millimeter pro Tag – abhängig von Alter, Hormonen und ethnischer Herkunft. So wachsen Haare in Asien schneller und in Afrika langsamer als in Europa. Dafür haben europäische Frauen rund 121.000 Haare auf dem Kopf, asiatische Frauen rund 27 Prozent weniger und afrikanische Frauen sogar 33 Prozent weniger. Jeder Mensch auf der Welt hat unterschiedliche Haare, sodass Du Deine Pflege auf die Bedürfnisse Deiner Haare abstimmen solltest.

a) Haarschichten & Haarfarbe

Die Haare unterscheiden sich von Mensch zu Mensch durch ihren Aufbau. Grundsätzlich besteht Dein Haar in der Mitte aus einem Markkanal (Medulla = Mark), der spindelförmig von verhornten Faserzellen umgeben ist (Cortex = Rinde). Diese Faserschicht macht den größten Teil des Haares aus und bestimmt die Festigkeit und Elastizität. In den Faserzellen befinden sich außerdem die Farbpigmente für die Haarfarbe. Eumelanin ist ein schwarz-braunes Pigment und Phäomelanin ein rot-goldenes. Aus der Mischung beider Pigmenttypen entstehen die bekannten Haarfarben. Als äußerste Schicht legen sich zum Schutz der Faserzellen noch durchsichtige Schuppen (Cuticula = Häutchen) um das Haar, sodass die Farbpigmente durchschimmern. Liegen die Schuppen eng an Deinem Haar an, dann scheint es glatt und kräftig. Stehen die Schuppen jedoch wie bei einem Tannenzapfen ein bisschen ab, dann wirkt Deine Haarfarbe eher matt und stumpf.

b) Haaraufbau

Dein Haar ist mit der knollenartigen Haarzwiebel in Deiner Haut verankert. Jede Haarzwiebel wird von einem Muskel und Nervenfasern umsponnen, sodass Du auch den kleinsten Luftzug durch die Bewegung der Haare wahrnehmen kannst. Wenn sich die kleinen Muskeln zusammenziehen, dann entsteht die Gänsehaut. Aus der Haarzwiebel sprießen wie bei einer Blume erst die Haarwurzel und dann der Haarschaft. Von außen siehst Du nur den Haarschaft, der Rest ist unter Deiner Haut verborgen. Ob Dein Haar glatt, gewellt oder gelockt aus Deiner Kopfhaut herauskommt, das hängt maßgeblich von der Haarwurzel ab. Diese verläuft durch die Wurzelscheide (Follikel = Hülle). Ist die Hülle eher rund und senkrecht, dann wächst Dein Haar glatt heraus. Ist die Hülle jedoch etwas oval geformt, leicht gebogen oder schräg geneigt, dann wird Dein Haar eher gewellt oder lockig.

c) Haarwachstum

Fast das gesamte Haar besteht aus ausgetrockneten, verhornten Zellen, wodurch es sich auch nicht regenerieren kann. Nur der Haarfollikel enthält lebende Zellen, denn hier wird das Haar hergestellt. Solange der Haarfollikel aktiv ist, kann das Haar wachsen. Dabei ist die Lebensdauer eines Haares bei jedem Menschen unterschiedlich. Etwa 85 Prozent Deiner Haare befinden sich im Wachstum. Dabei wächst ein Haar rund zwei bis sechs Jahre lang auf maximal ein Meter Länge, dann fällt es aus und wird durch ein neues Haar ersetzt. Somit ist ein Haarausfall von etwa 100 Haaren pro Tag ganz normal. Wird der Haarfollikel jedoch inaktiv, dann können an dieser Stelle auch keine Haare mehr hergestellt werden.

Die richtige Haarpflege in fünf Schritten

Die richtige Haarpflege lässt Deine Haare gesünder aussehen – das wirkt sich positiv auf Dein Erscheinungsbild aus. „Richtig“ heißt in diesem Fall, dass Du Deine Haarpflege auf Deine Haare abstimmst.

Doch zunächst kannst Du Dich von diesen Mythen verabschieden:

  • MYTHOS: Viel Shampoo hilft viel.
    FALSCH: Am besten verwendest Du nur einmal pro Haarwäsche Shampoo und spülst die Haare danach gründlich aus. Zu viel Shampoo schadet Deinen Haaren eher.
  • MYTHOS: Haare nach dem Waschen immer gut abtrocknen.
    FALSCH: Natürlich sollen Deine Haare trocken werden, aber bitte behutsam. Lass sie lieber länger im Handtuch eingewickelt und drücke sie am Ende zum Trocknen aus.
  • MYTHOS: Haare zum Trocknen heiß föhnen.
    FALSCH: Am besten lässt Du Deine Haare an der Luft trocknen. Falls Du den Prozess beschleunigen möchtest, dann föhne nur mit lauwarmer Luft und ausreichend Abstand.
  • MYTHOS: Sonne ist gut für die Haare.
    FALSCH: Du solltest Deine Haare und Kopfhaut eher vor strapazierender UV-Strahlung schützen.
  • MYTHOS: Styling greift die Haare nicht an.
    FALSCH: In der Regel fallen Haare beim Bleichen, Färben und Glätten zwar nicht aus, aber sie werden stark strapaziert und brüchig.

1. Haare waschen

Die alltägliche Form der Haarpflege ist das Waschen der Haare. Dabei verteilst Du etwa zehn Gramm Shampoo mit deinen Fingerspitzen in Deinen Haaren, sodass sich Schaum bildet. Kurz einwirken lassen und dann gründlich mit warmem Wasser ausspülen. Dadurch wird das von den Talgdrüsen gebildete Hautfett ebenso abgespült wie Hautpartikel, Umweltschmutz, Rückstände von Styling-Produkten und was sich sonst noch auf Deiner Kopfhaut sammelt. Beim Shampoo hast Du eine große Auswahl: von Zwei-in-eins-Shampoos mit kombinierter Spülung über Trocken-Shampoos zum Auskämmen und silikonfreie Shampoos bis hin zu natürlichen Shampoos ohne Chemie.

2. Haarkur

Nach dem Haarewaschen kommt die Haarkur. Darin enthalten sind verschiedene Pflegestoffe, um Deinem Haar zusätzlich Glanz und Geschmeidigkeit zu verleihen. Hast Du gesunde Haare, dann reicht eine Anwendung pro Woche. Bei strapazierten Haaren kannst Du nach jeder zweiten Wäsche eine Haarkur auflegen. Dabei gibt es Kuren, die Du je nach Angaben nach zwei bis zehn Minuten wieder auswäschst (Rinse-off-Haarkuren). Manche bleiben einfach im Haar und werden gar nicht ausgespült (Leave-in-Haarkuren). Bei der großen Auswahl an Haarkuren solltest Du eine nehmen, die auf jeden Fall zu Deinem Haartyp passt, sonst kannst Du Deinen Haaren mehr schaden als helfen. Trockene Haare brauchen eher Fett und Feuchtigkeit, fettige Haare werden mit einer Isolierschicht vor dem Nachfetten geschützt und gefärbte Haare können Eiweißhydrolysaten, Panthenol, Lipiden sowie Konditionierungsmittel vertragen.

3. Haare kämmen & bürsten

Auch das Kämmen und Bürsten der Haare hängt vom individuellen Haartyp ab. Grundsätzlich kannst Du Deine Haare natürlich morgens nach dem Aufstehen kämmen, damit sie für den Tag gepflegt aussehen. Auch abends vor dem Ins-Bett-gehen kannst Du noch einmal kurz durchbürsten. Auf keinen Fall solltest Du die nassen Haare direkt nach dem Waschen kämmen, denn nasses Haar dehnt sich aus und bricht dadurch leichter. Lieber die Strähnen mit den Fingern grob entwirren und erst nach dem Trocknen ordentlich kämmen. Prinzipiell ist jedes Kämmen anstrengend für die Haare. Dabei solltest Du auch auf die richtige Bürste für Deine Haare achten. Hier stehen Borsten aus Kunststoff, Draht und Naturborsten zur Auswahl.

4. Haaröl

Rosmarin, Thymian, Zedernholz oder Zitronengras sind beliebte Bestandteile für Haaröl. Diese können Deine Haare vor Schäden schützen, indem sie in Deine Haare eindringen von innen stärken. Auch Schuppenbildung und Haarausfall kannst Du mit der regelmäßigen Anwendung des richtigen Öls reduzieren. Aber Vorsicht vor ätherischen Ölen! Diese können Deine Haut reizen oder gar allergische Reaktionen hervorrufen. Deshalb sollten ätherische Öle immer mit einem Trägeröl verdünnt werden, zum Beispiel Kokos- oder Mandelöl.

5. Ernährung

Die effektivste Form der Haarpflege ist die Ernährung, denn dadurch gelangen wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente in Deine Haare und stärken sie auf natürliche Weise. Allerdings bietet die moderne Form der Ernährung nicht mehr alle notwendigen Stoffe, um Deinen Körper optimal zu versorgen. Und da Deine Haare für Deinen Körper nicht lebensnotwendig sind, werden ihnen als Erstes die wichtigen Substanzen entzogen, wenn gerade Mangel herrscht. Deshalb kannst Du Deinen Haushalt an Mineralstoffen und Spurenelementen durch Nahrungsergänzungsmittel zusätzlich aufstocken. Ein Mineralstofftest misst den Bestand in Deinem Blut und zeigt Dir Mangelzustände auf. Mit den for-you-hair-vital-Kapseln kannst Du alle notwendigen Bausteine für Deine Haare auf einmal auffrischen und sie so wieder zum Glänzen bringen.

Die wichtigsten Mineralstoffe & Spurenelemente für Deine Haare:

  • Selen: Unterstützt das Haarwachstum in der Haarwurzel.
  • Jod: Unterstützt die Schilddrüsenfunktion, die ein Auslöser für Haarausfall sein kann.
  • Zink: Ist notwendig für die Bildung von Keratin & Kollagen, aus denen Haut, Haare & Nägel hergestellt werden.
  • Calcium & Magnesium: Wichtige Elemente für den Aufbau von Knochen, Zähnen & Haaren.
  • Biotin: Ist an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt & fördert die Neubildung von Haarwurzeln.
  • Pantothensäure: Versorgt die Haare mit Fetten & Feuchtigkeit, wirkt dem Ergrauen der Haare entgegen.

Das kleine Pflege-Einmaleins für Deine Haare

Schuppen Schuppen entstehen beim Erneuerungsprozess der Kopfhaut, wenn zu viele Zellen vorhanden sind oder Zellen verkleben. Dann werden diese abgestoßen. Für die Haarpflege gibt es spezielle Anti-Schuppen-Shampoos, die zusätzliche Wirkstoffe wie Climbazol, Selesulfide und Piroction-Olamin enthalten.
Fettiges Haar Stress, Stoffwechselstörungen oder genetische Veranlagung führen dazu, dass die Talgdrüsen zu viel Fett produzieren und auf die Haare übertragen. Für die Pflege von fettigem Haar gibt es spezielle Shampoos mit Eiweiß-Abietinsäure-Kondensat und gerbstoffhaltigen Pflanzenextrakten.
Trockenes, stumpfes Haar oder Spliss Bei trockenem Haar produzieren die Talgdrüsen wiederum zu wenig Fett. Auch ein Mangel an Biotin kann zu trockenem Haar führen, da die Hornsubstanz Keratin nicht ausreichend hergestellt wird. Spezielles Shampoo für trockenes Haar liefert Pflegestoffe wie pflanzliche Öle, Feuchthaltemittel und Panthenol nach, um das fehlende Fett auszugleichen.
Haarausfall Haarausfall kann viele Ursachen haben, deshalb musst Du zuerst auf Fehlersuche gehen. Stress und Medikamente können vorübergehend Haarausfall hervorrufen. Hier solltest Du beobachten, ob die Haare wieder nachwachsen. Sind die Haarwurzeln jedoch unwiderruflich beschädigt, dann bleibt das Wachstum aus. Für eine Diagnose ist ein früher Arztbesuch ratsam, um möglichst viele Haare zu retten. Über einen Bluttest kann Dich der Arzt auf Eisenmangel oder eine Funktionsstörung der Schilddrüse testen – zwei häufige Ursachen für Haarausfall.
Graues & weißes Haar Durch UV-Strahlen, Stress, Rauch und ungesunde Ernährung werden die Haare im Alter früher grau. Ein Mangel an Melanin führt dazu, dass sich immer mehr weiße bzw. farblose Haare unter die bunten mischen. Shampoos bzw. Nahrungsergänzungsmittel mit Pathotensäure spenden Feuchtigkeit und zögern den Prozess noch etwas hinaus. Aminosäuren stärken die Haare zusätzlich.
Strapaziertes Haar UV-Strahlen, Chemikalien, Styling-Produkte sowie Kamm und Bürste beschädigen das Haar. Das es aus verhornten Zellen besteht, kann es sich nicht regenerieren. Trotzdem kann strapaziertes Haar wieder Glanz bekommen, zum Beispiel durch spezielle Haarpflegemittel für geschädigtes Haar, in denen eine höhere Konzentration der Wirkstoffe enthalten ist. Mit Haarkuren, Haarölen oder Nahrungsergänzungsmitteln kannst Du die Stärkung Deiner Haare unterstützen.  
Während der Schwangerschaft Durch den erhöhten Östrogenspiegel haben schwangere Frauen normalerweise schönes und fülliges Haar. Die Haare wachsen schneller und fallen kaum aus. Nach der Geburt sinkt der Östrogenspiegel wieder ab, vermehrter Haarausfall ist die Folge. Während der Schwangerschaft kannst Du Deine normalen Haarpflegemittel verwenden, außer medizinische und verschreibungspflichtige Produkte und Behandlungen. Auch reagieren viele Schwangere empfindlicher auf Gerüche und steigen deshalb während der Schwangerschaft auf geruchlose Haarpflegemittel um. Mit milden Shampoos und behutsamer Haarpflege kannst Du eigentlich nichts falsch machen.

Quellen

Corts, M. (2015): Das Haarorgan. In: Deutsche Heilpraktiker-Zeitschrift. 4/2015, S. 21.
Evans, T. et. al. (2012): Practical Modern Hair Science. Allured Books, 1. Auflage.
European Dermatology Forum (2017): S3 - European Dermatology Forum (EDF) - Guideline for the Treatment of Androgenetic Alopecia in Women and in Men. Online: : https://de.scribd.com/document/359174682/S3-Guideline-Androgenetic-Alopecia-Update2017
Raab, W. (2012): Haarerkrankungen in der dermatologischen Praxis. Springer Verlag (Berlin/Heidelberg).
Robbins, C. R. (2012): Chemical and Physical Behaviour of Human Hair. Springer Verlag (Berlin/Heidelberg), 5. Auflage.
Strunz, U. (2008): Graue Haare. Online: https://www.strunz.com/de/news/graue-haare.html