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Was tun gegen unerwünschte Bakterien?

Dysbiose: Das kannst Du tun
Bei einer Dysbiose herrscht ein Ungleichgewicht zwischen gesundheitsförderlichen und unerwünschten Bakterien in Deinem Darm. Erfahre in diesem Beitrag wie Du letztere gezielt und schonend dezimieren kannst.

Wenn Euch das Ergebnis einer Mikrobiomanalyse vorliegt, dann werdet Ihr feststellen, dass manche Bakterien in zu hoher Zahl vorkommen, andere möglicherweise fehlen. Einige fehlende Mikroorganismen lassen sich mit Hilfe von Nahrungsergänzungsmitteln zuführen. Doch wie lassen sich die potenziell gesundheitsschädlichen oder zumindest weniger erwünschten Keime auf schonende Art und Weise reduzieren?

Ein gesundes Mikrobiom ist der Schlüssel zu unserer Gesamtgesundheit und zeichnet sich vor allem durch Artenreichtum aus. Doch viele Einflüsse können dazu führen, dass sich die Zusammensetzung der Mikroorganismen im Verdauungstrakt verändert. Eine solche Störung des Mikrobioms bezeichnet man als „Dysbiose“. Das gesunde Gleichgewicht des Mikrobioms gerät dann aus der Balance, das heißt, die Zahl unerwünschter Mikroorganismen kann übermäßig stark zunehmen oder wichtige Bakterien können weniger werden oder völlig fehlen. Eine Dysbiose kann viele verschiedene Gründe haben: Antibiotika und andere Medikamente, ballaststoffarme Ernährung und Lebensmittelzusatzstoffe wie Süßstoffe oder Konservierungsstoffe, Bewegungsarmut, Infektionen, Entzündungen und vieles mehr.

Dysbiose führt zu Bauchschmerzen

Wenn sich Entzündungsbakterien, Gas bildende Mikroorganismen, Fäulniskeime oder Krankheitserreger in Deinem Darm vermehren, dann kann es zu Blähungen, Entzündungen, Bauchschmerzen oder Stuhlgangsunregelmäßigkeiten kommen. Doch die Folgen eines mikrobiellen Ungleichgewichts beschränken sich nicht nur auf Magen und Darm, sondern können jedes Organ des Körpers betreffen. Zahlreiche Studien belegen, dass Übergewicht, Depressionen, Allergien und Autoimmunerkrankungen, Leberprobleme oder Bluthochdruck gar nicht so selten Folge einer Dysbiose sind. Oft geht eine Veränderung des Mikrobioms dem Beginn der Erkrankungen um Monate oder Jahre voraus. Eine Dysbiose stellt also einen Risikofaktor für viele Krankheiten dar, den man erkennen und behandeln sollte.

Wird im Rahmen einer Mikrobiomanalyse eine Dysbiose, d.h. zu viele unerwünschte Keime, nachgewiesen, stellt sich die Frage, wie man diese beseitigen oder zumindest in ihrem Wachstum einschränken kann, ohne die übrigen Bakterien weiter zu schädigen. Antibiotika sind hier nicht die erste Wahl, denn sie unterscheiden in der Regel nicht zwischen nützlichen und schädlichen Mikroorganismen und dezimieren alle gleichermaßen.

Was ist eine Dysbiose?

Unter einer Dysbiose versteht man eine qualitative und/oder quantitative mikrobielle Fehlbesiedlung der Darmflora. Dies führt zu einem Ungleichgewicht zwischen hilfreichen und schädlichen Bakterien und Keimen im Darm. Folge einer Dysbiose können verschiedene Beschwerdebilder wie Durchfall, Erbrechen oder Bauchschmerzen sein.


Mikrobiomanalyse bei Dysbiose

Dysbiose gegensteuern: Problemkeime erkennen und beseitigen

Eine ganze Vielzahl an Keimen kann zu Problemen führen, wenn deren Werte zu hoch sind. Da sind zum einen Krankheitserreger, die zu akuten Magen-Darm-Erkrankungen führen, manchmal aber auch nach Abklingen der Symptome noch länger im Stuhl nachgewiesen werden können wie Salmonellen, Shigellen, Yersinien oder tropische Parasiten wie Giardia lamblia (Lamblien). Aber auch Bakterien, die zur ganz normalen Darmflora gehören, verursachen manchmal Bauchschmerzen und Blähungen. Zu viele Fäulnisbakterien wie E. coli, Citrobacter, Pseudomonas, Klebsiellen und andere lösen oft Entzündungsreaktionen aus und belasten die Leber durch eine zu hohe Ammoniakproduktion. Clostridium difficile ist ein weiterer Problemkeim, der im Rahmen einer Mikrobiomanalyse nachgewiesen werden kann und der gegen viele gängige Antibiotika unempfindlich geworden ist. Ähnlich der Magenkeim Helicobacter pylori, der häufig eine chronische Magenschleimhautentzündung (Gastritis) oder auch Magengeschwüre verursacht, wenn er nicht behandelt wird. Derartige Problemkeime verursachen ein Ungleichgewicht im Darm, führen zu einer Dysbiose und sollten folglich zuerst dezimiert werden.

Unerwünschte Bakterien bei einer Dysbiose schonend beseitigen

Doch wie wird man die unerwünschten Bakterien wieder los? Antibiotika sollten bei einer Dysbiose möglichst nicht angewendet werden, da sie zwar in manchen Fällen die unerwünschten Keime abtöten, gleichzeitig aber auch die nützlichen Bakterien beseitigen. Pflanzenwirkstoffe können deshalb, besonders im Fall einer Dysbiose, eine interessante Alternative sein. Seit hunderten von Jahren setzen Heilkundige auf Pflanzenextrakte und die daraus gewonnenen Öle, um Magen- und Darmbeschwerden zu lindern. Fenchel, Kümmel, Oregano, Thymian, Süßholzwurzel oder Anis sind nur einige der bekannten und bei Blähungen und Bauchschmerzen traditionell bewährten Kräuter.

phyto balancebei Dysbiose

In wissenschaftlichen Studien ließ sich nun nachweisen, dass diese Wirkstoffe aus der Naturheilkunde nicht nur die Symptome lindern oder beseitigen, sondern tatsächlich die Zusammensetzung der Darmflora günstig beeinflussen können. Pflanzenextrakte sind in der Lage, das Wachstum pathogener, also krankmachender, Mikroorganismen und unerwünschter Darmbakterien teilweise sehr effektiv zu hemmen. Interessanterweise wird die natürliche Mikroflora des Magen-Darm-Trakts geschont und auch eine Resistenzentwicklung, wie man sie von den klassischen Antibiotika kennt, ist nicht zu erwarten. Pflanzenextrakte sind also gerade bei einer Dysbiose eine gute Wahl.

Einsatz von Pflanzenextrakten - Dysbiose

Infografik: Pflanzenextrakte zur Hemmung von unerwünschten Darmbakterien.

Thymian, Oregano und Rosmarin – darmfreundliche Kräuter aus der mediterranen Küche

Die gesundheitsförderlichen Potenziale dieser wohlschmeckenden Kräuter sind wissenschaftlich sehr gut untersucht worden. Sie besitzen nachweislich eine entzündungshemmende Wirkung und beruhigen dadurch den Magen-Darm-Trakt bei Stress, schwerem Essen oder Darminfekten. Interessant ist ihre antimikrobielle Wirkung. Werden Bakterienkulturen mit Ölen oder wässrigen Lösungen dieser Kräuter versetzt, dann können die Krankheitskeime nicht weiter wachsen. Thymianöl behindert vor allem das Wachstum potenzieller Krankheitserreger wie Escherichia coli und Staphylococcus aureus. Oreganoöl hemmt ebenfalls die Vermehrung zahlreicher Bakterienstämme, stärkt aber gleichzeitig auch die Darmbarriere und könnte deshalb beim leaky gut Syndrom eine hilfreiche Unterstützung in der Behandlung darstellen. Rosmarinextrakte besitzen eine starke entzündungshemmende Wirkung und können bei einer Dysbiose möglicherweise die Heilung unterstützen und Entzündungsreaktionen hemmen. Auch gewisse antidepressive und angstlösende Wirkungen werden für Rosmarin beschrieben.

Olivenblätter – beeinflussen Stoffwechsel und Mikrobiom günstig

Nicht nur die Früchte des Olivenbaums haben gesundheitsförderliche Wirkung, auch die Blätter werden in der Naturheilkunde verwendet. Extrakte aus Olivenblättern (Olea europaea) sind in der Lage, das Wachstum verschiedener Staphylococcus-Arten wie S. aureus, S. epidermidis und S. pyogenes zu hemmen, einer Dysbiose entgegenzuwirken und folglich ein gesundes Mikrobiom zu fördern. Doch diese Pflanzenextrakte haben noch weitere attraktive Fähigkeiten: Sie unterstützen den Stoffwechsel. Im Tierversuch zeigten Olivenblattextrakte günstige Effekte auf verschiedene metabolische Parameter wie Körpergewicht, Blutzuckerspiegel und Insulinresistenz. Außerdem ließen sich deutliche entzündungshemmende Wirkungen nachweisen.

Ackerschachtelhalm (= Zinnkraut, = Equisetum arvense) – Unkraut mit antibakterieller Wirkung

Wegen seiner entzündungshemmenden und antibakteriellen Wirkung wird Ackerschachtelhalm-Tee seit Jahrhunderten bei Erkrankungen der Harnwege und Nieren angewendet. Moderne Studien wiesen nun nach, dass Ackerschachtelhalm tatsächlich eine sehr starke Wirksamkeit besitzt gegen eine Vielzahl von Mikroorganismen, die sowohl bei Harnwegsinfekten als auch bei einer Dysbiose eine Rolle spielen. Ackerschachtelhalm hemmt unter anderem das Wachstum und die Ausbreitung von Staphylococcus aureus, E. coli, Klebsiella pneumoniae, Pseudomonas aeruginosa und Salmonellen sowie von Schimmelpilzen (Aspergillus niger) und Candida albicans.

Fenchel, Anis, Kümmel – Hausmittel bei Magen-Darm-Beschwerden

Vor allem bei Blähungen gelten Fenchel, Anis und Kümmel als wirksames pflanzliches Mittel, denn sie besitzen nachweislich krampflösende und verdauungsfördernde Wirkungen. Eine italienische Studie konnte nachweisen, dass Fenchelöl auch klassische Reizdarmsymptome wie Bauchschmerzen oder Blähungen lindern kann. Ajowansamen (Trachyspermum), ein botanischer Verwandter des Kreuzkümmels, ist zudem in der Lage, das Wachstum potenzieller Krankheitserreger deutlich zu hemmen, ohne sich negativ auf verschiedene nützliche und schützende Bakterien auszuwirken.

Bitterorgangenextrakt (Citrus aurantium var. Amara)

Die Bitterorange, auch Pomeranze, ist eine Mischung aus Mandarine und Pampelmuse. Den Bitterstoffen in der Schale wird eine verdauungsfördernde Wirkung zugeschrieben. Bei einem Mangel an Verdauungssäften und bei Völlegefühl nach dem Essen, Krämpfen im Magen-Darm-Bereich oder Blähungen gelten Extrakte aus Bitterorgangen als bewährte Verdauungsförderer. In Laborversuchen konnten Bitterorangenextrakte das Wachstum potenzieller Krankheitserreger hemmen ohne negative Auswirkungen auf verschiedene nützliche Bakterien.

Fazit

Magen-Darm-Beschwerden können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Manchmal findet man keinen konkreten Grund für die Symptome. Dann wird häufig die Diagnose „Reizdarm“ gestellt. Oft besteht aber bei Reizdarm oder bei anderen chronischen Problemen des Verdauungstraktes eine Störung des Mikrobioms, eine so genannte Dysbiose. Wird diese behoben, klingen oft auch die Beschwerden ab. Verschiedene Pflanzenextrakte werden in der traditionellen Naturheilkunde bei Verdauungsproblemen eingesetzt. Aktuelle Studien konnten nachweisen, weshalb diese pflanzlichen Mittel wirken: Häufig beeinflussen sie das Mikrobiom günstig, indem sie unerwünschte Krankheitskeime dezimieren ohne nützliche Bakterien zu beeinflussen. Außerdem besitzen viele der Pflanzenwirkstoffe auch eine entzündungshemmende Wirkung. Nicht selten werden chronische Magen-Darm-Beschwerden durch Entzündungen verursacht, die zu einer Reizung der Darmschleimhaut führen können. Viele der in der Naturheilkunde eingesetzten Pflanzenextrakte wie Bitterorange oder Olivenblätter enthalten natürliche Bitterstoffe, die die Verdauung fördern und gegen Blähungen und Völlegefühl wirksam sind.

Pflanzenextrakte können tatsächlich eine gute und schonende Möglichkeit sein, die Gesundheit des Mikrobioms zu fördern, Dysbiosen zu beseitigen und gleichzeitig Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen, Stuhlunregelmäßigkeiten oder Reizdarmsymptome zu reduzieren.

Quellen & zum Weiterlesen

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