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Weihrauch: ein Harz mit vielen Facetten

Weihrauch
Weihrauch kann bei Gelenkbeschwerden und Entzündungen unterstützend wirken. Erfahre in diesem Beitrag, welche weiteren Eigenschaften dem Weihrauch nachgesagt werden.

Weihrauch wird unter anderem eine entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung nachgesagt.
Insbesondere bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und für Menschen mit Rheuma könnte die Einnahme sinnvoll sein. Wir widmen uns heute dem spannenden Harz und verraten Dir, woher er kommt, wie er angewendet wird und welche konkreten Einsatzgebiete es gibt.

Was ist Weihrauch?

Die meisten von uns kennen Weihrauch aus der Kirche. Hier wird der Weihrauch verbrannt, wodurch weißer Rauch entsteht. Der aromatische Geruch begleitet feierliche Gottesdienste und Beerdigungen. Dahinter steckt eine Symbolik. So wie der weiße Nebel hinaufsteigt, sollen auch die Gebete Gott erreichen. Weihrauch hat aber nicht nur in der Kirche seinen Platz, sondern besitzt auch eine lange Tradition in der Heilkunst. Viele Kulturen nutzten Weihrauch, um Entzündungen und Infektionen zu bekämpfen. Doch woher stammt das wertvolle Gut?

Bei Weihrauch handelt es sich um den Harz des Weihrauchbaumes (Boswellia). Diese Pflanzen werden den Balsambaumgewächsen zugeordnet. Auch wenn es viele verschiedene Arten gibt, wird in Verbindung mit der Heilkunst vornehmlich indischer Weihrauch angeführt - das Harz von Boswellia serrata. Um das wertvolle Harz zu gewinnen, werden die Stämme angeritzt. Der Baum sondert dann einen weißen Balsam ab, der aushärtet. Nach einigen Wochen ist Erntezeit.

Gut zu wissen!

Früher war Weihrauch Opfergabe und Luxusgut zugleich. Die medizinischen Vorzüge schlummerten eine Weile, werden nun aber durch Patientenberichte und Studien neu belebt.

Weihrauch: Inhaltsstoffe überzeugen

Die Inhaltsstoffe verraten, warum Weihrauch auch in der Heilkunst einen hohen Stellenwert besitzt. So vereint Weihrauch beispielsweise ätherisches Öl, das sich aus Isoprenoiden zusammensetzt. Die Verbindungen können in mehrere Gruppen aufgeteilt werden. Dazu zählen beispielsweise die Terpene, die bereits Einzug in den medizinischen Alltag erhalten haben. Sie können eingesetzt werden, um den Kampf gegen Krebs und Malaria zu unterstützen. Boswelliasäuren sind Substanzen, die als Hoffnungsträger in Bezug auf eine entzündungshemmende Wirkung betrachtet werden. Nicht zuletzt enthält Weihrauch Schleimstoffe in Form von Polysacchariden. Auch wenn der Name wenig schmeichelhaft ist, sind auch Schleimstoffe in der Medizin erwähnenswert. Sie können ebenfalls Entzündungen hemmen. Zudem haben sie die Fähigkeit, Reizungen zu mildern, Schleimhäute zu schützen und das Immunsystem zu stimulieren.

Infografik: Weihrauch Inhaltsstoffe

Infografik: Weihrauch Inhaltsstoffe

Entzündungshemmend: Weihrauch als Programmierungsgenie

Weihrauch ist kein One-Hit-Wonder, sondern ein echtes Allroundtalent. Das liegt daran, dass viele Erkrankungen und Beschwerden mit Entzündungen einhergehen. Besonders spannend ist, dass ein Forscherteam nun herausgefunden hat, dass Weihrauch ein spezielles Enzym umprogrammieren kann. Die Rede ist von dem Enzym 5-Lipoxygenase. Normalerweise wirkt es entzündungsfördernd. Durch den Einfluss von Weihrauch kann es jedoch scheinbar so beeinflusst werden, dass es am Ende Entzündungen lindert. Für den Effekt machen die Forscher die enthaltene Boswelliasäure verantwortlich. Wenn es Weihrauch tatsächlich gelingt, Entzündungen zu lindern, könnte das auch weit reichende Folgen für die Behandlung von Krankheiten haben, die mit Entzündungen im Zusammenhang stehen. Studien haben bereits in der Vergangenheit erste Erfolge gefeiert.

Bei welchen Krankheiten kann Weihrauch zum Einsatz kommen?

Es gibt eine große Bandbreite an denkbaren Einsatzgebieten. Wir möchten Dir an folgender Stelle solche vorstellen, für die es bereits Studien gibt.

Weihrauch bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und ein praktisch unplanbarer Alltag. Das alles kennen Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Neben Colitis ulcerosa zählt auch Morbus Crohn zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. In einer Studie wurde untersucht, inwieweit Weihrauch den Patienten helfen kann. Überraschenderweise zeigte sich das Harz ebenso wirksam wie Mesalazin. Dabei handelt es sich um einen entzündungshemmenden Wirkstoff, der bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen verschrieben wird. Während der wissenschaftlichen Untersuchung kam der Crohn-Disease-Activity-Index, kurz CDAI, zum Einsatz. Hiermit konnten Forscher nachvollziehen, ob sich das Wohlbefinden der Studienteilnehmer unter der Gabe von dem Weihrauch verbesserte, was offensichtlich der Fall war. Ähnliche Ergebnisse konnten übrigens schon in den neunziger Jahren festgestellt werden.

Weihrauch bei Arthritis und Arthrose

Arthritis und Arthrose werden häufig in einen Topf geworfen, allerdings handelt es sich dabei um zwei völlig unterschiedliche Erkrankungen. Während Arthritis eine Autoimmunerkrankung ist, liegt bei Arthrose ein chronischer Gelenkverschleiß vor, der unter anderem durch Übergewicht und Beinfehlstellungen hervorgerufen werden kann. Beide Erkrankungen haben allerdings gemeinsam, dass sie Schmerzen an den Gelenken verursachen. Entzündungen sind bei einer Arthritis vorprogrammiert, auch Arthrose-Patienten leiden häufig darunter. Mehrere Studien liefern Belege dafür, dass Weihrauch Schmerzen bei Arthrose lindern könnte. So berichteten die Probanden unter der Einnahme von weniger Beschwerden. Arthritis-Patienten wurde ebenfalls Weihrauch in Studien verabreicht. Um das Ganze vergleichbar zu machen, wurden Bewertungskriterien herangezogen. Dazu zählten unter anderem Gelenkschwellung, Schmerzen, Steifheit und Verträglichkeit. Auch hier gab es nennenswerte Effekte.

Weihrauch bei Asthma

Bei Asthma-Patienten kommt es zu einer andauernden Entzündung der Atemwege. Zudem sind die Luftwege sehr sensibel, wenn es um Reize aus der Umwelt geht. Das kann einen hohen Leidensdruck verursachen. In einer Untersuchung erhielten Studienteilnehmer entweder ein Scheinmedikament (Placebo) oder eine Zubereitung, die aus Weihrauch und bengalischer Quitte bestand. Nach 56 Tagen wurden die Beobachtungen zusammengetragen. Das Ergebnis: Diejenigen Personen, die die pflanzliche Zubereitung erhielten, fühlten sich nicht nur besser, sondern zeigten auch reduzierte Entzündungswerte im Blut.

Infografik: Weihrauch bei Krankheiten

Infografik: Weihrauch bei Krankheiten

Weihrauch bei Krebs

Hier ist das Ganze etwas kniffliger. Es gibt Hinweise darauf, dass Boswelliaextrakte Ödeme im Hirn lindern können, die durch eine Strahlentherapie auftreten. Allerdings sind hier noch mehr Studien notwendig, um eine klare Handlungsempfehlung geben zu können. Außerhalb des Körpers (In-Vitro) konnte in Versuchen festgestellt werden, dass Weihrauch antientzündliche und wachstumshemmende Effekte auf einige bösartige Zelllinien ausüben können. Das wurde sowohl bei Zellen von Tieren als auch bei Zellen von Menschen beobachtet. Größere Studien könnten auch hier verraten, ob und wie wirksam Weihrauch bei Krebs ist.

Nahrungsergänzungsmittel anstatt Arzneimittel

Die Europäische Union hat bislang Weihrauch nicht als Arzneimittel zugelassen. Du kannst allerdings das Harz als Nahrungsergänzungsmittel aufnehmen. Hierbei ist es besonders wichtig, dass Du auf Qualität achtest. Das gilt nicht nur für die Inhaltsstoffe, sondern auch für die Wirkstoffmenge und eine schonende Zubereitung. All diese Faktoren bestimmen nämlich, wie erfolgversprechend ein Produkt ist. In Studien wurden in der Regel Wirkstoffmengen von 300 mg und mehr erforscht. Eine entsprechend große Menge scheint sinnvoll zu sein, um das Potenzial voll ausschöpfen zu können.

Unser Tipp: Achte auch auf den Gehalt an Boswelliasäuren. Seriöse Händler weisen diesen in der Regel explizit aus. Bei Nahrungsergänzungsmitteln ist weniger mehr, wenn es um Zusatzstoffe geht. Unnötige Konservierungsmittel und Beigaben belasten schließlich den Körper. Einige Substanzen machen als Zusatzstoff aber tatsächlich Sinn. So zum Beispiel Ingwer. Die Extrakte der tollen Knolle sollen ebenfalls entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken.

Wie kann Weihrauch angewendet werden?

Weihrauch kann als Nahrungsergänzungsmittel oder als Kosmetikprodukt angewendet werden. Um das Potenzial voll ausschöpfen zu können, eignen sich in der Regel Kapseln.

Diese Weihrauchprodukte gibt es:

  • Weihrauch-Kapseln
  • Weihrauch-Tabletten
  • Weihrauch-Balsam
  • Homöopathische Erzeugnisse mit Weihrauch

Weihrauch: Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Weihrauch gilt als gut verträglich. Vor allem dann, wenn er mit entzündungshemmenden oder schmerzstillenden Medikamenten verglichen wird, die ansonsten bei Arthrose, Arthritis und Co. angewendet werden. Wird Weihrauch eingenommen, kann es zu allergischen Reaktionen oder Magen-Darm-Problemen kommen. Auch Juckreiz kann nicht ausgeschlossen werden. Da die Inhaltsstoffe von Weihrauch mit Enzymen (Cytochrom-P450-Enzyme) interagieren, kann die Wirkung von Medikamenten entweder stärker oder schwächer ausfallen. Im Zweifel ist es daher gut, wenn Du einen Arzt vor der Einnahme befragst.

Quellen & zum Weiterlesen

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