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12.06.2026

Wie viel Plastik steckt in Deinem Alltag? Mache den interaktiven Plastik-Test

Im Alltag werden wir durchgehend und meist unbemerkt von einer Gruppe chemischer Stoffe begleitet. Die Rede ist von sogenannten Weichmachern (Phthalaten). Du findest sie in Plastikflaschen, Frischhaltefolie, Kosmetikflaschen oder Böden. Durch diese zahlreichen Kontaktpunkte können sie laut Studien häufig im Körper von Erwachsenen und Kindern nachgewiesen werden.

Bild zeigt Frau, welche aus einer Plastikflasche steht. Symbolisiert die Plastikbelastung im Alltag.

Phthalate werden vor allem verwendet, um ursprünglich harte Kunststoffe wie PVC flexibel zu machen. Vom Umweltbundesamt werden diese Weichmacher als „unsichtbares Problem“ bezeichnet, denn sie sind für Verbraucher nicht zu sehen oder zu riechen, können sich aber aus Materialien lösen und in die Umgebung übergehen.

Erfahre in diesem Beitrag, wo Du Weichmachern in Deinem Alltag überall begegnen kannst und wieso Du auf einen möglichst Phthalat-freien Lebensstil achten solltest. Zusätzlich hilft Dir unser Plastik-Test als Online-Selbstcheck herauszufinden, wie vielen Weichmachern Du täglich ausgesetzt bist. Beantworte dazu 10 Quiz-Fragen und erhalte direkt eine Einschätzung zu Deiner persönlichen Belastung. Hier geht´s zum Plastik-Online-Selbstcheck.

Wie gelangen Weichmacher in Deinen Körper?

Besonders häufig werden Weichmacher über die Nahrung aufgenommen: Phthalate können aus Verpackungen oder Folien auf Lebensmittel übergehen, vor allem wenn diese fettreich sind oder erhitzt werden. So können verpackte Wurst- und Käseprodukte, Fertiggerichte in Kunststoffschalen oder Speisen, die in Plastikbehältern erwärmt werden, zur täglichen Aufnahme beitragen.

Ein zweiter relevanter Weg sind die Innenraumluft und Hausstaub. Bauprodukte wie PVC-Bodenbeläge, bestimmte Möbel, Kunstleder oder Kabel können Weichmacher an die Raumluft abgeben. Diese lagern sich an Staubpartikel an, die auf Böden, Möbeln und Textilien liegen und über das Einatmen oder den Hand-Mund-Kontakt in den Körper gelangen können.

Ein dritter Weg sind Hautkontakte, zum Beispiel über bestimmte Kosmetika oder Pflegeprodukte, in denen einzelne Phthalate als Hilfsstoffe eingesetzt werden können oder über Verpackungen in den Inhalt gelangen. Je nach Produktformulierung und Nutzungsdauer kann auch hier eine regelmäßige Aufnahme stattfinden.

Untersuchungen des Umweltbundesamts bestätigen diese Erkenntnisse: bei der Analyse von Urinproben konnten Abbauprodukte verschiedener Weichmacher in einem großen Teil der untersuchten Bevölkerung nachgewiesen werden. Betroffen waren dabei sowohl Erwachsene als auch Kinder.

Infografik zeigt, wie Weichmacher in den Körper gelangen

Hier begegnest Du Phthalaten im Alltag

Wirft man einen Blick auf einen typischen Tagesablauf, wird schnell deutlich, wie viele kleine Bausteine zu einer Belastung mit Weichmachern führen können:

  • Am Morgen nutzt Du möglicherweise eine Zahnbürste aus Kunststoff und drückst Zahnpasta aus einer Plastiktube. In der Dusche verwendest Du Shampoo und Duschgel, danach Bodylotion aus Kunststoffflaschen und eventuell noch ein konventionelles Deo oder Parfum.
    In der Küche öffnest Du verpackte Lebensmittel und nimmst Käse oder Wurst aus der Folie. Vielleicht bereitest Du sogar ein Fertiggericht zu, das in einer Kunststoffschale geliefert wurde, oder transportierst Dein Essen in einer Plastikbox.
  • Auf dem Weg zur Arbeit sitzt Du im Auto oder auf Deinem Fahrrad, umgeben von Kunststoffen auf Deinem Lenkrad oder im Innenraum, die teilweise weichmacherhaltige Materialien enthalten können. Darunter Armaturen, Sitzbezüge, Verkleidungen oder der Schaltknauf.
  • Im Büro oder Homeoffice nutzt Du Geräte mit Kunststoffgehäusen, sitzt auf einem Stuhl mit Polsterung und hast möglicherweise einen elastischen Bodenbelag unter Dir.
  • Auch Kleidung und Schuhe tragen ihren Teil bei: Regenjacken mit Beschichtungen, Funktionskleidung, gummierte Aufdrucke auf Textilien oder Schuhsohlen aus Kunststoffen.
    Zu Hause kommen dann Sofa, Matratze, Teppiche, Duschvorhang oder Gymnastikmatte hinzu.
  • Gerade in Innenräumen, in denen wir uns viele Stunden pro Tag aufhalten, sind Weichmacher in Hausstaub und Luft ein zentrales Thema. Studien zeigen, dass besonders der Weichmacher Diethylhexylphthalat (DEHP), aber auch andere Phthalate, häufig in erhöhten Konzentrationen im Hausstaub nachweisbar sind und Innenräume somit eine bedeutende Quelle für die Gesamtbelastung darstellen können.
Infografik zeigt, wie häufig wir im Alltag in Berührung mit Weichmachern kommen

Wie hoch ist Deine Weichmacher-Belastung? Mache den Online-Quick-Check

Damit aus dieser Vielzahl an Informationen ein greifbares Bild wird, kann unser Plastik-Test helfen, Deine eigene Situation besser einzuordnen. Beantworte mit unserem Online-Check Fragen zu Deinen Gewohnheiten und finde heraus, wie stark Du Weichmachern ausgesetzt bist.

Die Auswertung ersetzt keine Labormessung, macht aber sichtbar, an welchen Stellen viele potenzielle Phthalat-Quellen zusammenkommen und wo Du Optimierungen durchführen kannst.

Darum solltest Du Deine eigene Belastung im Blick behalten

Behörden wie das Bundesinstitut für Risikobewertung führen fortlaufend Bewertungen von Phthalaten durch und haben für verschiedene Substanzen je nach Einsatzbereich Grenzwerte oder Beschränkungen festgelegt, um Verbraucher zu schützen. Für Erwachsene wird die aktuelle Exposition in Westeuropa aus heutiger Sicht meist nicht als akutes Gesundheitsrisiko eingestuft, dennoch werden bestimmte Phthalate aufgrund ihrer Eigenschaften als „besorgniserregend“ klassifiziert und daher stark reguliert.

Gleichzeitig zeigen Biomonitoring-Daten, dass Abbauprodukte von Weichmachern in der Bevölkerung weit verbreitet nachweisbar sind. Besonders betroffen sind dabei Kinder. Vor diesem Hintergrund empfehlen Fachgremien das Vorsorgeprinzip: Wo es möglich ist, sollte die Belastung möglichst niedrig gehalten werden.

Dazu gehört bewusster mit Kunststoffen im Alltag umzugehen, Alternativen zu wählen, wo es sinnvoll ist, und die eigenen Routinen zu hinterfragen. Mit dem interaktiven Plastik-Test erhältst Du deshalb eine erste Einschätzung zu Deiner möglichen Belastung. Möchtest Du auf Basis einer wissenschaftlichen Laboranalyse herausfinden, wie stark Du tatsächlich mit Weichmachern belastet bist? Entdecke unseren for you plastik test für zuhause.

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