Phthalate sind Weichmacher, die Deinen Körper täglich begleiten. Gelangen Sie in den Körper, werden sie über Leber und Nieren wieder ausgeschieden. Während dieser Zeit können bestimmte Weichmacher mit dem Hormonsystem interagieren. Die Forschung untersucht außerdem mögliche Zusammenhänge mit Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-System.1 3 4 Wie relevant das für Dich persönlich ist, hängt von Deiner tatsächlichen Belastung ab – die vom Bevölkerungsdurchschnitt abweichen kann.
Wie Weichmacher in Deinen Alltag gelangen, erfährst Du in unserem Beitrag „Wie viel Plastik steckt in Deinem Alltag?". Dieser Artikel erklärt, was danach passiert.
Wie misst man die eigene Phthalat-Belastung?
Beim Abbau entstehen sogenannte Metaboliten – Abbauprodukte, die über den Urin ausgeschieden werden.2 Genau diese Metaboliten lassen sich messen, wenn eine Urinprobe ins Labor geht. Deshalb sind Urintests für zuhause die zuverlässigste Methode, um die eigene Phthalat-Belastung zu kennen – Symptome oder äußere Anzeichen gibt es nämlich nicht.
Die gute Nachricht: Bei vielen Verbindungen verlassen Phthalate Deinen Körper schon innerhalb weniger Stunden bis Tage.2 Wer die Exposition reduziert, sieht das also relativ schnell in den eigenen Werten wieder.
Welche Auswirkungen können Weichmacher im Körper haben?
Das BfR und die EFSA haben Grenzwerte festgelegt, die als Orientierungswerte für die Bevölkerung im Durchschnitt gelten.1 Viele Erkenntnisse stammen noch aus Tierstudien oder der Beobachtung höherer Dosierungen – die Forschung am Menschen läuft weiter. Was die Grenzwerte nicht sagen: wie hoch Deine ganz persönliche Belastung ist.
- Hormonsystem: Bestimmte Phthalate können die Kommunikation zwischen Hormonen beeinflussen – sie binden an Stellen im Körper, die eigentlich für körpereigene Botenstoffe gedacht sind. Die EU hat DEHP, DBP und BBP deshalb als sogenannte endokrine Disruptoren eingestuft.1 Wie stark dieser Effekt bei typischen Alltagsmengen ausfällt, wird noch weiter erforscht.6 Wenn das Hormonsystem längerfristig aus dem Gleichgewicht gerät, kann sich das auf viele Bereiche auswirken – mehr dazu in unserem Beitrag Hormonelles Ungleichgewicht bei Frauen.
- Herz und Kreislauf: Ein großes Überblicksreview aus 2023 hat ausgewertet, wie Phthalat-Exposition und Herzgesundheit zusammenhängen können. Es zeigen sich Hinweise auf Zusammenhänge mit erhöhtem Blutdruck – die genauen Abläufe sind aber noch nicht abschließend verstanden.3
- Stoffwechsel: Neuere Übersichtsarbeiten aus 2025 untersuchen, ob Phthalate sogenannten oxidativen Stress im Körper auslösen können – ein Ungleichgewicht, das Dein körpereigenes Schutzsystem auf Trab hält.4 Erste Studien zeigen Zusammenhänge mit Stoffwechselprozessen.4
Was sagt Dir ein persönlicher Phthalat-Test?
Wer seine Phthalat-Belastung wirklich kennen möchte, braucht mehr als Durchschnittswerte – er braucht seine eigenen Zahlen. Genau das leistet der for you plastik test: Er misst 12 spezifische Weichmacher-Metaboliten im Urin und schlüsselt sie nach Phthalat-Familien auf.
→ Weichmacher-Belastung testen
Häufige Fragen zu Phthalaten
Quellen & zum Weiterlesen
1 Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). (2024). Fragen und Antworten zu Phthalat-Weichmachern. https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/fragen-und-antworten-zu-phthalat-weichmachern/
2 Frederiksen, H., Skakkebaek, N. E., & Andersson, A.-M. (2007). Metabolism of phthalates in humans. Molecular Nutrition & Food Research, 51(7), 899–911. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/mnfr.200600243
3 Mariana, M., Castelo-Branco, M., Soares, A. M., & Cairrao, E. (2023). Phthalates' exposure leads to an increasing concern on cardiovascular health. Journal of Hazardous Materials, 457, 131680. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0304389423009639
4 Oyovwi, M. O., Oyelami, J. O., Babawale, K. H., & Ben-Azu, B. (2025). Preventive antioxidant strategies to reduce the effects of phthalate exposure on reproductive health. Discover Environment, 3(1), 76. https://link.springer.com/article/10.1007/s44274-025-00257-z
Hodges, R. E., & Minich, D. M. (2015). Modulation of metabolic detoxification pathways using foods and food-derived components. Journal of Nutrition and Metabolism, 2015, 760689. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1155/2015/760689
6 Moghazy, M., Papathanasiou, M., Tzoupis, H., et al. (2025). A systematic literature review of reproductive toxicological studies on phthalates. International Journal of Molecular Sciences, 26(18), 8761. https://www.mdpi.com/1422-0067/26/18/8761