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Mariendistel – Die purpurne Pflanze stärkt Dein Immunsystem und hilft beim entgiften Deines Körpers.

Auf den ersten Blick sieht die Mariendistel nicht gerade wie eine Heilpflanze aus: Die purpurne Blüte sitzt auf einem langen Stiel, der von zahlreichen spitzen Blättern und stacheligen Dornen geschützt ist. Nicht umsonst trägt die Pflanze die Bezeichnung „Distel“ im Namen, was sich im indogermanischen Sprachraum von „spitz“ und „stechen“ ableitet. Obwohl die bunte Blüte sehr einladend aussieht, signalisiert der Rest der Mariendistel eindeutig: Hände weg! In Deutschland wird die Pflanze nur für den medizinischen Gebrauch angebaut, heimisch ist sie eigentlich im Mittelmeerraum und auf den kanarischen Inseln, allerdings hat sie sich inzwischen auch schon in Amerika und Australien eingebürgert. Doch das begehrte Wirkstoff-Gemisch Silymarin sitzt gar nicht im Stängel oder in der Blüte, sondern in den kleinen schwarzen Früchten der Mariendistel. Erst im 20. Jahrhundert wurde der Wirkstoff aus den Samen der Pflanze extrahiert, heutzutage kommt er in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zum Beispiel bei Lebererkrankungen, Verdauungsproblemen und Depressionen zum Einsatz.

Kurze Erklärung: Mariendistel – Was ist das?

Einer Legende nach stillte die heilige Maria gerade ihr Kind und verlor dabei etwas Milch, die auf die Blätter einer Distel tropfte, wodurch die heutige Mariendistel zu ihrem Namen kam. Tatsächlich sind auf den Blättern weiße Flecken zu erkennen und schon in der Antike war die Mariendistel als Heilpflanze bekannt. Die besonders schützende und regenerierende Wirkung auf die Leber entdeckte der Arzt Johann Gottfried Rademacher bereits im 19. Jahrhundert, seitdem gehört die Mariendistel zu den wichtigsten Vitalstoff-Lieferanten für die Leber. den wichtigsten Vitalstoff-Lieferanten für die Leber. Doch von der Heilpflanze sind nicht nur die Samen gesund und essbar, auch die anderen Bestandteile können verwertet werden. Allerdings bringt die Pflanze einen bitteren Geschmack mit sich, deshalb solltest Du bei der Zubereitung von Smoothies und Salaten auf die Menge achten.

Die Zubereitung von Mariendistel:

  • Wurzeln: Die jungen Wurzeln kannst Du als Brat- oder Wurzelgemüse verwenden, als Gemüsechips panieren, in Salzlake einlegen oder für Pflanzenmehl trocknen und mahlen.
  • Blätter: Wenn Du die jungen Blätter im Frühjahr erntest, eignen sie sich als Bestandteil für Salate, Suppen oder als Gemüse-Beilage. Allerdings musst Du sie dafür erst von ihren Stacheln befreien. Als Tee kannst Du die Blätter der Mariendistel ganzjährig verwenden.
  • Blüten: Die violetten Blüten verzieren im Sommer als essbare Dekoration so manchen Teller. Tatsächlich schmecken die Blüten nach fast nichts, höchstens ein bisschen bitter und artischockenähnlich. Die Knospen lassen sich im Frühjahr auch in Salzwasser kochen und wie Artischockengemüse zubereiten, allerdings sind hierbei die Stacheln wieder ein Thema.
  • Samen: In den schwarz glänzenden Früchten der Mariendistel (Marienkörner) ist neben Bitterstoffen, Harzen, Eiweiß und etherischen Ölen auch das Wirkstoff-Gemisch Silymarin enthalten. Die Samen kannst Du zum Beispiel zerstoßen und als Tee aufgießen. Aber Achtung: Die Inhaltsstoffe sind nicht wasserlöslich und beim Aufbrühen von Tee auch nur in geringer Menge vorhanden. Einfacher und wirkungsvoller zu dosieren ist Mariendistel als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln oder Pulver.
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Infografik: Welche Bestandteile der Mariendistel sind essbar.

Wie wirkt Mariendistel im Körper?

In erster Linie unterstützt das Wirkstoff-Gemisch Silymarin die Abwehr Deiner Zellen ebenso effektiv wie beispielsweise Vitamin C oder Vitamin E. Deine Zellen können sich dann besser gegen Krankheitserreger und Giftstoffe zur Wehr setzen, sodass Dein Immunsystem noch schwerer zu durchdringen ist. Außerdem gehört die Mariendistel zu den Antioxidantien und verhindert die Bildung freier Radikale, indem sie die erforderlichen Enzyme hemmt und die äußere Schicht der gesunden Zellen gegen Schäden und Mutationen verstärkt. Das Ergebnis: Silymarin verhindert DNA-Schäden und damit das Heranwachsen von Tumoren. Doch nicht nur das, es fördert beispielsweise auch die Gallenbildung in der Leber und gleichzeitig die Entleerung der Gallenblase, sodass giftige und schädliche Stoffe schneller ausgeschieden werden. Besonders Deine Leber und Deine Verdauung freuen sich über die Unterstützung aus den Früchten der Mariendistel. Denn hier ist das Wirkstoff-Gemisch Silymarin enthalten, das aus verschiedenen Flavanonolderivaten besteht: u. a. Silicristin und Silidianin (20–45 %), Silibinin A und Silibinin B (40–65 %) sowie Isosilibinin A und Isosilibinin B (10–20 %). Gerade Silibinin ist als Leitsubstanz für die positive Wirkung auf die Leber verantwortlich und bekannt als Behandlungsmethode bei einer Pilzvergiftung – zum Beispiel durch einen Knollenblätterpilz. Dann kommt Silibinin aus der Mariendistel als Gegenmittel zum Einsatz, wodurch die Sterblichkeitsrate durch Pilzvergiftungen deutlich gesenkt werden konnte. Auch bei einer Leberreinigung ist die Mariendistel eine sinnvolle Ergänzung Deiner Vitalstoffe – um Deine Leberzellen vor schädlichen Stoffen zu schützen und Deine Leber gleichzeitig zu regenerieren.

Wann solltest Du Mariendistel verwenden?

Die Mariendistel hat auf Deinen Körper ganz unterschiedliche Auswirkungen: Sie regt den Stoffwechsel an, bringt den Hormonhaushalt ins Gleichgewicht, fördert die Milchbildung in der Stillzeit, vermindert den Appetit, steigert die Produktion von Gallenflüssigkeit usw. Doch am meisten positiven Einfluss hat sie auf Deine Leber, weshalb sie vor allem bei einer Leberreinigung oder Lebererkrankungen zum Einsatz kommt. Gerade wenn Du Deine Leber mit Nikotin, Alkohol, Medikamenten oder fettreichem Essen strapazierst, kannst Du ihr durch Mariendistel ein bisschen Erholung und Regeneration gönnen. In solchen Fällen ist die zusätzliche Verwendung von Mariendistel als Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll, damit sich Dein Körper effektiv vor schädlichen Stoffen schützen und diese bekämpfen kann.

In diesen Fällen solltest Du Mariendistel zu Dir nehmen:

  • Leberreinigung
  • Lebererkrankung (z. B. Leberzirrhose, Hepatitis, Fettleber)
  • Bauchschmerzen
  • Verdauungsprobleme
  • Vergiftung (z. B. Pilzvergiftung)
  • Abnehmen (regt den Stoffwechsel an & die Bitterstoffe hemmen den Appetit)
  • Absetzen von Medikamenten (die in der Leber abgebaut werden)
  • Mit dem Rauchen aufhören
  • Kein Alkohol mehr trinken
  • Auf gesündere Ernährung umstellen
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Infografik: Davor schützt Mariendistel Deine Leber

Verwendung & Dosierung von Mariendistel

Als natürliche Heilpflanze ist die Mariendistel für Deinen Körper gut verträglich. Für die optimale Wirkung sollte jedoch das Silymarin-Gemisch aus den Mariendistelfrüchten extrahiert und in der richtigen Dosierung verwendet werden, damit Dein Körper bestmöglich unterstützt wird. Deshalb gibt es bei der Verwendung von Mariendistel doch ein paar wenige Sachen zu beachten.

1. Wie schnell wirkt die Mariendistel?

Nach etwas zwei bis vier Stunden hat Dein Körper das Silymarin aus der Mariendistel aufgenommen und kann es zur Unterstützung von Leber, Galle, Immunsystem etc. verwerten. Einen positiven Effekt wirst Du jedoch erst nach einer regelmäßigen Verwendung bemerken, da die Mariendistel eine schützende Wirkung hat. Wenn Du mit der Heilpflanze gleichzeitig Deine Verdauung unterstützen möchtest und durch die appetithemmenden Bitterstoffe abnehmen willst, dann nimmst Du das Nahrungsergänzungsmittel am besten eine halbe Stunde vor Deiner Mahlzeit ein.

2. Wie viel Mariendistel darfst Du pro Tag verwenden?

Bei der Dosierung von Mariendistel kommt es einerseits auf die Menge von Silymarin in Deinem Nahrungsergänzungsmittel, andererseits auf die gewünschte Wirkung an. Möchtest Du nur Deine Verdauung, Deine Galle oder Deine Leber unterstützen, dann kannst Du pro Tag rund 12 bis 15 g gemahlene Mariendistelsamen in Deinen Smoothie mischen oder über Dein Müsli streuen. Das entspricht rund 200 bis 300 mg Silymarin, da die Früchte bis zu drei Prozent Silymarin-Gemisch enthalten. Möchtest Du aktiv eine Leberreinigung durchführen oder Deinen Körper bei einer Krankheit unterstützen, kannst Du die Dosis auch auf bis zu 800 mg pro Tag erhöhen, um eine schnellere Wirkung zu erzielen. Keine Angst, eine Überdosis hat bei Mariendistel keine schlimmen Auswirkungen. Solltest Du die tägliche Dosis bei weitem überschreiten, kann Dein Körper gegebenenfalls mit Blähungen oder Bauchschmerzen reagieren. Ansonsten gilt die Mariendistel als gut verträglich.

3. Welche Nebenwirkungen hat die Mariendistel?

Von der Mariendistel sind keine schlimmen Nebenwirkungen bekannt. Bei zu hoher Dosierung oder Unverträglichkeiten kann es zu leichten Verdauungsproblemen, Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen kommen. Bist Du gegen Korbblütler allergisch, dann solltest Du die Mariendistel jedoch meiden, denn genau zu dieser Gattung gehört die Pflanze und kann damit allergische Reaktionen hervorrufen.

Wo wächst die Mariendistel?

Die Mariendistel gehört zwar zu den Wildkräutern und ist in der Natur an Zäunen, Straßen, felsigen Hängen und Hauswänden zu finden, allerdings ist sie hier in Deutschland nicht heimisch. Deshalb wirst Du sie nicht so einfach pflücken können, da sie hierzulande hauptsächlich aus Argentinien, China, Ungarn und Rumänien importiert oder u. a. in Norddeutschland für medizinische Zwecke angebaut wird. Bei Deinem nächsten Urlaub am Mittelmeer kannst Du Ausschau nach der Heilpflanze halten, hier ist sie recht häufig anzutreffen. Wenn Du Dich nicht von ihren Stacheln abschrecken lässt, kannst Du sie selbst ernten und ihre Bestandteile auf verschiedene Arten zubereiten und verzehren. Einfacher ist jedoch die Verwendung als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Pulver oder Kapseln, zum Beispiel als Bestandteil unserer Wildkräuter-Mischung.


Quellen & zum Weiterlesen

Jabeen, Z. et al (2019): Effect of explants and growth hormones on direct regeneration of Silybum marianum in vitro. Online: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31849208/

Kooperation Phytopharmaka GbR (2020): Mariendistel. Online: https://arzneipflanzenlexikon.info/mariendistel.php

Melzer, M. (2016): Heilpflanzen-Lexikon: Mariendistel. Online: https://www.apotheken-umschau.de/heilpflanzen/mariendistel

Philipp, B. (2021): Mariendistel. Online: https://bgvv.de/nahrungsergaenzung/mariendistel/

Shaker, E. et al (2010): Silymarin, the antioxidant component and Silybum marianum extracts prevent liver damage. In: Food and chemical toxicology, Volume 48, Ausgabe 3, S. 803–806.

Spektrum Akademischer Verlag (1999): Lexikon der Biologie. Mariendistel. Online: https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/mariendistel/41191