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Libidoverlust bei Frau & Mann: Ursachen und Tipps

Wenn die sexuelle Lust nachlässt, fällt das vielen erst dann auf, wenn es den Alltag oder die Beziehung spürbar beeinflusst. Libidoverlust ist weit verbreitet – bei Frauen ebenso wie bei Männern. Dennoch sprechen viele nur ungern darüber, weil das Thema oft mit Scham oder Unsicherheit verbunden ist. Dabei steckt hinter der Veränderung der Libido oft nichts „Geheimnisvolles“: Eine große Rolle spielen Hormone. Wir erklären Dir, warum die Libido schwankt und welche Ansätze zu mehr sexueller Zufriedenheit verhelfen können – alltagstauglich und ohne Druck.

Das Wichtigste in Kürze: Libidoverlust kann Frauen und Männer gleichermaßen treffen und hat viele mögliche Ursachen, wie hormonelle Veränderungen, Stress, psychische Belastungen, Beziehungsthemen oder gesundheitliche Faktoren. Doch Du kannst Deine Libido aktiv beeinflussen.

Libidoverlust - Ursachen & Tipps

Wann spricht man von einem Libidoverlust?

Ein Libidoverlust liegt bei Dir vor, wenn Dein sexuelles Verlangen über einen längeren Zeitraum deutlich geringer ist als früher – und das nicht nur für ein paar Wochen. Definitionsgemäß hält die sexuelle Unlust dabei seit mindestens sechs Monaten an und stellt für Dich oder Deine Beziehung eine spürbare Belastung dar. Es geht also weniger um eine kurzfristige Phase, sondern um eine dauerhafte Veränderung, die Du selbst als problematisch wahrnimmst.

Typisch ist, dass sexuelle Gedanken oder Fantasien seltener werden oder ganz ausbleiben und dass Dein Bedürfnis nach körperlicher Nähe oder sexueller Aktivität merklich nachlässt. Das bedeutet nicht, dass Du gar keine Nähe mehr möchtest – oft ist es eher so, dass der innere „Antrieb“ beim Libidoverlust fehlt, der sonst natürlich da war.

Gut zu wissen!
Die Libido fällt sehr individuell aus, es gibt kein „richtig“ oder „falsch“ und auch keine Lustfrequenz, an der Du Dich orientieren musst. Erst wenn Du den Rückgang als störend empfindest, er Deine Lebensqualität beeinflusst oder in Deiner Beziehung Diskussionen oder Unsicherheiten auslöst, spricht man im medizinischen Sinne von einem Libidoverlust. Dann wünschen sich Männer und Frauen oft eine Libido-Steigerung.

Wie häufig ist der Libidoverlust bei Frauen und Männern?

Sexuelle Luststörungen, in der Fachsprache auch Appetenzstörungen genannt, sind keine Randerscheinung. Ungefähr 43 % der Frauen und 31 % der Männer berichten in ihrem Leben von irgendeiner Form sexueller Funktionsstörung. Besonders häufig ist darunter ein deutlich vermindertes sexuelles Verlangen: Studien zeigen, dass rund 30 % der Frauen und 15 % der Männer über längere Zeiträume eine sogenannte hypoaktive Störung des sexuellen Verlangens erleben, also anhaltend wenig Lust empfinden. Auch wenn es oft als „Frauenproblem“ wahrgenommen wird, trifft es viele Männer also ebenso. Ein Libidoverlust kann alleine auftreten oder als Teil eines größeren sexuellen Problems und dann nicht nur das Verlangen, sondern auch das Erleben von Nähe und Intimität in Deiner Partnerschaft beeinflussen.

Wichtig ist: Du bist mit einem Libidoverlust nicht alleine und es gibt Möglichkeiten, Deine Lust besser zu verstehen und Schritt für Schritt wieder Raum dafür zu schaffen.

Libidoverlust – auch eine Frage der Hormone

Unsere sexuelle Lust wird stark von Hormonen beeinflusst – sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Sie wirken wie ein Schalter, der das Verlangen steigern oder dämpfen kann.

  • Bei Frauen spielen vor allem Östrogene und Testosteron eine wichtige Rolle. Östrogene beeinflussen die Durchblutung der Genitalregion und können so das sexuelle Erleben verstärken. Testosteron, das Hormon, das wir oft mit Männern verbinden, aber auch bei Frauen in geringen Mengen vorkommt, steuert maßgeblich das sexuelle Verlangen. Sinkt der Spiegel dieser Hormone, etwa bei einem hormonellen Ungleichgewicht, in den Wechseljahren oder nach einer Operation, kann sich das direkt auf die Libido auswirken – die Libido-Steigerung bei der Frau ist dann ein Thema.
  • Bei Männern ist Testosteron das entscheidende Hormon für sexuelles Verlangen. Ein Testosteronmangel beim Mann, zum Beispiel durch Alter, Stress oder bestimmte Erkrankungen, kann dazu führen, dass die Lust nachlässt. Auch Östrogene und andere Hormone spielen eine Rolle, wenn es um das Gleichgewicht im Körper und damit indirekt um die Libido geht.

Hormone sind also ein entscheidender Faktor, aber sie erklären nicht alles beim Libidoverlust. Die Libido ist ein Zusammenspiel aus Körper, Psyche und Umfeld. Trotzdem lohnt es sich, Veränderungen der hormonellen Balance im Blick zu behalten, wenn Du bemerkst, dass Deine Lust nachlässt. Wir informieren Dich dafür beispielsweise über die Themen Hormone und Wechseljahre, Zyklusprobleme erkennen und behandeln, oder über Progesteronmangel bei Frauen.

Diese Faktoren beeinflussen Deinen Libidoverlust ebenfalls

Neben der hormonellen Zusammensetzung in Deinem Körper, entscheidet auch Dein psychisches Wohlbefinden, Dein Alltag, Deine Beziehungsqualität und Deine allgemeine Gesundheit über Dein sexuelles Verlangen.

Ursachen Libidoverlust - als Infografik

Infografik: Ursachen Libidoverlust

  • Psychische und emotionale Faktoren: Stress, Sorgen oder depressive Verstimmungen können die Lust deutlich dämpfen. Auch Dein Selbstwertgefühl, Dein Körperbild und das emotionale Miteinander mit Deinem Partner spielen eine große Rolle beim Libidoverlust.
  • Beziehungs- und Partnerschaftsdynamik: Konflikte oder fehlende Nähe in der Beziehung wirken sich oft direkt auf das Verlangen aus. Ebenso können Lebensumstände wie beruflicher Druck oder Kinderbetreuung dazu führen, dass Du einfach weniger Lust auf Sex verspürst.
  • Gesundheitliche Faktoren: Chronische Erkrankungen, Schmerzen oder ständiger Energiemangel beeinflussen die Libido spürbar. Auch Schlafmangel kann dafür sorgen, dass Dir die Lust fehlt.
  • Medikamente und Substanzen: Manche Medikamente, etwa bestimmte Antidepressiva oder Blutdruckmittel, können das Verlangen reduzieren. Alkohol, Nikotin oder andere Drogen wirken sich ebenfalls oft negativ auf die Lust aus.
  • Alter und Lebensphase: Mit zunehmendem Alter oder in bestimmten Lebensphasen, wie Schwangerschaft, Stillzeit oder den Wechseljahren, kann sich die Libido verändern. Das ist völlig normal.
  • Lifestyle und Ernährung: Bewegung, Ernährung und allgemeine Fitness beeinflussen Dein Energielevel, die Durchblutung und damit auch die sexuelle Lust. Ein gesunder Lebensstil kann Dir helfen, Deinen Libidoverlust aufzufangen.

Libidoverlust – konkrete Empfehlungen für Deinen Alltag

Du interessierst Dich dafür, welche Tipps zur Libido-Steigerung bei Frau und Mann beitragen können? Dann wirf einen Blick auf unsere Tabelle. Am besten führst Du ein Tagebuch, um Erfolge nachhalten zu können. Besonders wichtig: Nimm den Druck raus, er wirkt oft kontraproduktiv.

Libidoverlust - Tipps für Dich als Infografik

Infografik: Tipps zur Libido-Steigerung bei Frau und Mann

Kurz zusammengefasst

Steigerung Libido Frau & Mann

Libidoverlust ist bei vielen Menschen und Partnerschaften ein Thema. Wichtig ist, hinzuschauen: Hormone, Alltag, Stress, Schlaf, Partnerschaft und Gesundheit beeinflussen, wie sehr Du Dich nach Sexualität sehnst. Kleine Veränderungen im Alltag, bewusste Nähe zum Partner und die Lust wieder aktiv zu entdecken, können zudem viel bei einem Libidoverlust bewirken. Nimm Dir Zeit für Dich und Deine Sexualität – so kannst Du Schritt für Schritt wieder mehr Lust und Intimität spüren.

Das Wichtigste zum Schluss: Ein Libidoverlust ist kein Tabuthema, sondern ein wichtiges Signal Deines Körpers. Mit mehr Aufmerksamkeit für die eigene Gesundheit, offener Kommunikation und passenden Maßnahmen kannst Du Deine Lust häufig aktiv fördern.

Quellen & zum Weiterlesen

Libidoverlust: Ursachen & Behandlung. (o. D.). Gesundheitsportal. https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/sexualorgane/sexuelle-funktionsstoerungen/libidoverlust-diagnose-therapie.html

Anna Raggi Nüssli. (2001). Libidostörung der Frau. https://frauenheilkunde.insel.ch/fileadmin/Frauenheilkunde/03_Fuer_Zuweiser/Fortbildungen/Weltkongresse/2013/Libidostoerungen_der_Frau.pdf

Rosen R. C. (2000). Prevalence and risk factors of sexual dysfunction in men and women. Current psychiatry reports, 2(3), 189–195. https://doi.org/10.1007/s11920-996-0006-2

Cappelletti, M., & Wallen, K. (2016). Increasing women's sexual desire: The comparative effectiveness of estrogens and androgens. Hormones and behavior, 78, 178–193. https://doi.org/10.1016/j.yhbeh.2015.11.003

Corona, G., & Maggi, M. (2022). The role of testosterone in male sexual function. Reviews in endocrine & metabolic disorders, 23(6), 1159–1172. https://doi.org/10.1007/s11154-022-09748-3

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